kurt Kuch von

Offenlegung wie in Frankreich

Über dringend nötiges Vermögensmonitoring bei Politikern

kurt Kuch - Offenlegung wie in Frankreich © Bild: NEWS/Herrgott Ricardo

Frankreichs Minister haben diese Woche einen nachahmenswerten Schritt gesetzt: Als Reaktion auf das aufgedeckte Auslandskonto ihres Ex-Kollegen Jérôme Cahuzac haben sie nun ihre Finanz- und Immobilienvermögen sowie ihre persönlichen Schulden öffentlich gemacht. Im Internet kann nun jeder nachlesen, dass Außenminister Laurent Fabius Vermögenswerte von rund sechs Millionen Euro besitzt und Justizministerin Christiane Taubira ihr Konto um 173 Euro überzogen hat. Die Dame besitzt übrigens auch einen fünf Jahre alten Hyundai und drei Fahrräder.

Auch bei uns ein wäre Vermögensmonitoring für Politiker, Spitzenbeamte und Manager von Unternehmen der öffentlichen Hand dringend nötig. Wer über Millionenaufträge entscheidet, soll auch nachvollziehbar machen wie sich sein privates Vermögen entwickelt. Seit Jahren fordern internationale Organisationen von Österreich die Einführung des Vermögensmonitorings. Es redet ja niemand davon, die Daten gleich ins Internet zu stellen.

Aber ein wenig Kontrolle würde wohl nicht schaden. Denn bei uns kann selbst Rudolf Simandl, Ex-Chef eines kleinen Gasversorgers, nur milde über Frankreichs Justizministerin lächeln. Kein Wunder: Er fährt auch keinen alten Hyundai, sondern ein Mercedes Cabrio, das mit Gasgutscheinen bezahlt wurde...

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