Kurt Kuch über unsere Jugendliche:
Keine Limits, keine Grenzen, kein Respekt?

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Kurt Kuch über unsere Jugendliche:
Keine Limits, keine Grenzen, kein Respekt? © Bild: NEWS/ Vukovits

Vorigen Dienstag, kurz nach Redaktionsschluss, wurde ich Augenzeuge der Festnahme eines Jugendlichen. Die Geschichte begann harmlos: Ein paar b’soffene Kids, vielleicht 16 bis 18 Jahre alt, rauchten im McDonald’s-Restaurant am Schwedenplatz. Zwei der Burschen blockierten dann noch minutenlang den Eingangsbereich. Als der Geschäftsführer drohte, die Polizei zu rufen, bekam er ein „Rufs halt. Du bist Ausländer, ich nicht. Was glaubst, wem die glauben werden?“ zu hören. Kurz darauf war eine Funkstreife da. Gute zehn Minuten versuchte ein Beamter die Buben zu überzeugen, dass sie jetzt gehen sollten. Einzig: Der Wortführer der Burschen ließ nicht mit sich reden. Mehrmals schrie er den Beamten an: „Na, verhaft mich doch!“ Dem letzten „Verhaft mich doch!“ folgten das A-Wort und ein Stoß gegen den Polizisten. Daraufhin klickten die Handschellen. Womit die Situation erst richtig eskalierte. Kaum im Polizeiauto, versuchte der Jugendliche die Fensterscheibe mit den Füßen rauszutreten. Der Randalierer wurde wieder aus dem Auto geholt, eine Funkstreife nach der anderen kam zum „Tatort“.

Zehn Polizisten, ein Knilch. Nach wenigen Minuten knieten fünf Beamte auf dem schmächtigen Halbstarken, der laut in Richtung der Schaulustigen um Hilfe rief: „Ich hab nix getan, helfts mir!“ Das ging gut 20 Minuten so, bis endlich ein Arrestantenwagen eintraf. Wer nur diesen Teil der Amtshandlung sah, hätte glauben können, Zeuge einer Misshandlung durch Polizeibeamte zu werden: Fünf Polizisten fixieren mit teils vollem Körpereinsatz einen Knilch, der mal schreit, mal wimmert, mal schimpft, mal um Hilfe fleht, aber immer sofort in Richtung der Beamten tritt, wenn die Fixierung gelockert wird.

Wo liegt der Fehler? Wie kann eine (im Vergleich zum Supermarkteinbruch in Krems) so harmlose Ausgangssituation derart eskalieren? Fehlt diesen Kids jedes Limit? Was noch auffiel: die völlige Entsolidarisierung, die die Freunde des Festgenommenen an den Tag legten. Nach der Abfahrt der Polizei versuchte einer der beteiligten Kids die anderen zu überzeugen, mit zum Wachzimmer zu gehen. Die Antwort eines Mädchens: „Na, im Bermudadreieck is’ viel leiwander.“ Alle stimmten prompt zu.