Kurssturz an Börsen "mutiert" zum Crash:
Nikkei und ATX mit massiven Einbrüchen

Finanz- und Immobilienaktien besonders betroffen Tokios Börse mit schlimmsten Crash seit 21 Jahren

Kurssturz an Börsen "mutiert" zum Crash:
Nikkei und ATX mit massiven Einbrüchen © Bild: APA/EPA

Die Wiener Börse hat ihre Talfahrt vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise ungebremst fortgesetzt. Während sich andere Börsen nach den Kurseinbrüchen am Montag teilweise stabilisieren konnten, rasselte der Wiener Leitindex ATX um 183,36 Punkte oder 7,43 Prozent nach unten auf 2.285,52 Punkte. Der Index fiel damit auf den tiefsten Stand seit November 2004. Und in Tokio gab es den schlimmsten Crash seit über zwanzig Jahren.

Gemessen am Börsenwert haben sich damit in Wien heuer bereits mehr als 80 Mrd. Euro in Luft aufgelöst, die Marktkapitalisierung heimischer Unternehmen an der Wiener Börse hat sich im Jahresverlauf schon mehr als halbiert. Besonders stark unter die Räder gekommen sind vor dem Hintergrund der Finanzkrise zuletzt unter anderem Finanz- und Immobilienaktien. So rasselten Immofinanz erneut 30,77 Prozent nach unten auf das neue Allzeittief von 1,35 Euro. Immoeast fielen um 18,78 Prozent auf 1,47 Euro.

45 Prozent an Wert verloren
Im Jahresverlauf hat der ATX bereits 45 Prozent an Wert verloren und schneidet damit merklich schlechter ab als zahlreiche westeuropäische Börsen. Zum Vergleich: Der deutsche DAX hat im Jahresvergleich knapp 34 Prozent verloren, der - wegen seiner Indexkonstruktion nur bedingt vergleichbare - New Yorker Dow Jones liegt knapp 26 Prozent im Minus.

Experten zufolge leidet die Wiener Börse wegen ihrer verhältnismäßig geringen Liquidität und Kapitalisierung und wegen ihres Osteuropafokus besonders stark unter der Finanzkrise. Auch Notverkäufe könnten eine Rolle gespielt haben, vermuten Börsianer.

Ein Ende der Nervosität am Markt ist Experten zufolge vorerst nicht absehbar. "Ich kann niemanden beruhigen", sagte der Erste Bank-Chefanalyst Friedrich Mostböck. "Hände weg" von Aktien, lautet derzeit sein Rat. Von Neuengagements in Wertpapieren sollten Anleger die Finger lassen, bereits bestehende Positionen sollten aber gehalten werden. "Um in Panik zu verkaufen, dafür ist es bereits zu spät", so Mostböck.

Nikkei im freien Fall
Die Börse in Tokio hat heute den schlimmsten Crash seit mehr als zwei Jahrzehnten erlebt. Der Nikkei-Index brach zwischenzeitlich um fast zehn Prozent ein, nachdem Anleger aus Furcht vor weiteren Folgen der Finanzkrise ihre Papiere massenweise abstießen.

Bis zum Handelsschluss erholte sich der Index aus 225 Unternehmenswerten wieder leicht auf ein Minus von 9,38 Prozent oder oder 952,58 Zähler auf 9.203,32 Punkte, den tiefsten Stand seit dem Jahr 2003.

Schlimmster Tag seit 1987
Mit dem hohen Tagesverlust erlebte die Börse in Tokio ihren schlimmsten Tag seit dem "schwarzen Montag" im Jahr 1987. Damals war der Nikkei-Index bis zum Handelsschluss um 14,9 Prozent gefallen. Es ist erst der dritte schwere Crash in der Geschichte der Tokioter Börse, nachdem der Nikkei-Index bereits 1953 einmal um 10,0 Prozent gefallen war. (apa/red)