Kurioses rund um gelben TV-Kult aus USA: Rekorde bei Filmzitaten und Gastauftritten

Namengebung: Meist aus Matt Groenings Familie Gesellschaftskritischen Gags & markante Aussprüche

"Die Simpsons" sind Kult. Mit rund 400 Folgen ist die Zeichentrickserie um die glubschäugige gelbe Familie die am längsten laufende Comedy-Serie im amerikanischen Fernsehen. Auch im deutschsprachigen Raum haben Homer, Marge, Bart, Lisa, Maggie und die 300 übrigen Bewohner von Springfield seit Anfang der 90er Jahre eine stetig wachsende Fangemeinde. Nach der ersten TV-Folge am 17. Dezember 1989 folgt am 26. Juli 2007 - rund 18 Jahre später - nun der erste Kinofilm. Der simple Titel: "Die Simpsons - Der Film".

Dass es einmal so weit kommen würde, haben zu Beginn wohl die wenigsten geglaubt. Die Serie hatte 1987 in 30-sekündigen Kurz-Spots bei der "Tracey Ullman Show" ihren Ursprung, bei der auch Dan Castellaneta und Julie Kavner regelmäßig mitwirkten. Die beiden Schauspieler übernahmen damals die Sprechrollen für Homer und Marge und sollten diese bis heute nicht mehr loswerden. Zu dieser Zeit bis inklusive der ersten Staffel, konstatierte Castellaneta, basierte die Stimme für Homer Simpson auf jener von Walter Matthau.

Am längsten laufende Comedy-Serie
Dass die typische US-amerikanische Arbeiterklassen-Familie ganz in Gelb auf den Bildschirmen auftauchte, war ein Einfall von "Simpsons"-Schöpfer Matt Groening. Damit sollten "channel hoppers" auf Fox gehalten werden. Der Sender strahlte die Zeichentrickserie von Beginn an aus und wurde nicht selten selbst Opfer der Drehbuchschreiber. Am 17. Jänner 2003 verkündete Fox die Verlängerung der Serie - damit wurden "Die Simpsons" die am längsten laufende Comedy-Serie in der US-Geschichte. Im Bereich der animierten Serien waren zuvor die "Feuersteins" (1960) mit einer Laufzeit von sechs Staffeln am erfolgreichsten gewesen, die "Simpsons" halten derzeit bereits bei 19 Staffeln.

Rekorde bei Gastauftritten und Filmzitaten
Neben der längsten Laufzeit hält die Serie auch den Rekord bei den meisten Gastauftritten und den meisten Filmzitaten. So geisterte bei den "Simpsons"-Machern lange der Witz herum, alleine mit den Zeichentrick-Hinweisen auf "Citizen Kane" könnte eine animierte Fassung des Films von Orson Welles rekonstruiert werden. Auch Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" oder "The Shining" seien oft zitiert worden, ebenso wie Francis Ford Coppolas "Der Pate". Und da es bald üblich wurde, dass Gaststars sich selbst sprechen, übernahmen nicht wenige davon auch unvorteilhafte Rollen - wie etwa Tom Hanks im neuen Kinofilm, in dem er als Werbesprecher für die Regierung tätig ist.

Namengebung
Donald Sutherland spielte übrigens 1975 in "The Day of the Locust" eine Figur namens Homer Simpson, weswegen er einmal mit einem Gastauftritt in der Show belohnt wurde. Die meisten Namen aus der Serie stammen jedoch von Verwandten von Matt Groening bzw. Straßennamen aus dessen Heimatstadt Portland (Oregon), z.B. Flanders oder Lovejoy. Apropos Namen: Matt Groening hat sich in der Hauptfigur der Serie, Homer, in jeder Folge selbst verewigt: Sieht man Homer von der Seite, bildet das Zick-Zack seiner Haare ein "M", während sein Ohr wie ein "G" geformt ist - die Initialen des Schöpfers.

Neben den gesellschaftskritischen Gags in der Serie sind vor allem einige Aussprüche ihrer Protagonisten bekannt geworden: Homers "Trademark" ist der Aufschrei "D'oh!" mit gleichzeitigem Klopfen mit der Hand auf die Stirn. Der Ausdruck, ursprünglich von Laurel & Hardy übernommen, hat es mittlerweile ins Oxford Dictionary geschafft. Barts erste Worte lauteten "Ay Caramba!", sein Schimpfspruch "Eat my shorts!" wurde vor zwei Jahren immerhin zur drittbesten TV-Phrase gewählt. Lisas erstes Wort in der Show war übrigens "Bart", und Maggies erstes Wort lautete "Daddy". Dies wird im neuen Film parodiert, wo es im Abspann heißt, Maggies erstes Wort sei "Fortsetzung".

Eine Fortsetzung für das Kino dürfte indes tatsächlich nicht so unwahrscheinlich sein. Die Hauptsprecher haben in ihren Verträgen laut der Online-Filmdatenbank "imdb.com" eine Klausel, dass sie für drei Kinofilme zur Verfügung stehen müssen.

(apa/red)