Fakten von

Istanbuler Stadt schließt Kulturzeitschrift

Wegen "unvernünftigen und gedankenlosen Inhalts"

Nach der Veröffentlichung eines Erdogan-kritischen Fotos hat die Stadtverwaltung der türkischen Metropole Istanbul die Publikation der eigenen Kunst- und Kulturzeitschrift beendet. Das Magazin sei wegen "unvernünftigen und gedankenlosen Inhalts" eingestellt worden, hieß es am Dienstag in einer Erklärung der Stadtverwaltung. Die Verträge der verantwortlichen Redakteure seien aufgelöst worden.

Wegen des "niveaulosen, respektlosen und provokativen" Inhalts werde zudem Anzeige gegen die Verantwortlichen erstattet. Die Website der Zeitschrift war am Dienstag nicht mehr erreichbar. Auch in der städtischen Buchhandlung auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal war kein Exemplar mehr verfügbar.

Nach Angaben des Online-Mediums "bianet" handelt es sich bei dem umstrittenen Inhalt um ein Foto in Anspielung auf Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, das in der aktuellen Ausgabe abgedruckt wurde. Darauf ist eine Katze vor einem Graffito mit der Aufschrift "Erdo-Gone! insallah masaallah" zu sehen. Frei übersetzt heißt das: "So Gott will, ist Erdogan bald weg." Das Bild sei der Dokumentation "Nine Lives" über Straßenkatzen in Istanbul entnommen worden.

Der Istanbuler Bürgermeister der Regierungspartei AKP, Kadir Topbas, sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA, er sei über den Inhalt "erschrocken" . "Diese Sache, die wir in der Zeitschrift gesehen haben, ist leider nicht zu verdauen. Das ist eine vollkommene Gemeinheit und Sittenlosigkeit."

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