Kultur von

Zuerst kommt immer die Kunst

Heinz Sichrovsky über 1.000 Kulturteile in Ihrem NEWS

Kultur - Zuerst kommt immer die Kunst © Bild: NEWS/ Ricardo Hergott

Nach eintausend Kulturteilen dieses geliebten Periodikums bleibt im Grunde nicht viel zu erklären. Die Leser – und dieses Ressort hat ungewöhnlich treue und anteilnehmende, unter ihnen überproportional viele Frauen – wissen, was sie zu erwarten und zu fordern haben: Unzufriedenheit unsererseits vor ­allem, und ich kann versichern, dass es daran weder meinen Kollegen noch mir fehlt.

Dass wir diese 1.000 Ausgaben mit Blessuren, doch prinzipiell unbeschädigt bestanden haben, ist vielleicht nur einem Prinzip zu danken: Wir versuchen, immer auf Seiten der Kunst zu stehen. Um den Steuerzahler, das Volksempfinden und die feuilletonistischen Autodafés gegen unstatthaftes Denken mag sich kümmern, wer sich dazu berufen fühlt. Hier wird nicht Sparsamkeit, sondern unermesslicher Aufwand für Kunst gefordert. Und wenn sie sich in Kulturkämp­fen behaupten mussten, wussten ­Peter Handke, Elfriede Jelinek, Claus ­Peymann, Peter Turrini, Gérard Mortier, André ­Heller, Hermann Nitsch, Martin Walser, zuletzt Anna Netrebko, wohin sie sich wenden konnten. Das wird sich nicht ändern. Nur unsere Feindschaften werden wir, nach sorgsamer Sondierung, hinsichtlich der nächsten 1.000 Ausgaben überprüfen.