Kultur von

Christina Stürmer:
Kleine Geschichte über wahre Größe

Eine der wichtigsten Sängerinnen Österreichs und kein bisschen nachtragend

Kultur - Christina Stürmer:
Kleine Geschichte über wahre Größe © Bild: imago/CHROMORANGE

Eine der wunderbarsten Eigenschaften von Christina Stürmer ist vermutlich nicht hinlänglich bekannt: Sie ist kein bisschen nachtragend. Ich muss das wissen, denn eine Episode ihrer Karriere, die sie „nie wieder so machen würde“ (O-Ton Christina), ist auf meinem Mist gewachsen.

Es war zu der Zeit, als Christina noch „Christl“ genannt wurde und Buchhändlerin auf dem Weg zum Superstar war. Jedes Mädchen in Österreich hätte damals seine Schweißbänder geopfert für ein Treffen mit ihr. Es war auch die Zeit, als Österreich noch ein Jugendmagazin, den Rennbahn Express, hatte. Als dessen Chefredakteurin wusste ich aus Hunderten Leserbriefen, dass die Leser eines wollten: Christl am Cover. Jeden Monat. Bekamen sie auch. An einem Frühsommertag führte das beim Dutzendsten Covershooting dazu, dass Christina sich überreden ließ, im bunten Bikini samt Netzleiberl zu posieren. Eine Sternstunde der Authentizität! Nicht falsch verstehen, Christina war wunderschön und sehr sexy. Rückblickend gesehen passte es freilich zu ihr wie das Keuschheitsgelübde zu Britney Spears. Christina wusste das damals genau und musste nach allen Regeln der Kunst („Sommer!“, „Lebensfreude!“, „So schön!“) überzeugt werden.

Sie spricht trotzdem noch mit mir. Ihre besondere Größe zeigte sich, als sie sich kürzlich in einem Interview an dieses Shooting mit folgenden Worten erinnerte: „Das Cover hat gut ausgeschaut, auch, wenn ich das so nicht mehr machen würde. Ich habe mich halt erst selbst in dem Wirrwarr der Zuflüsterer finden müssen.“

Eine Zuflüsterin sagt „Sorry!“ und zieht den Hut vor Frau Stürmers Größe.

Ihre nächsten Konzerte:
12. Mai Wien Arena Open Air
13. Mai Telfs, Sportzentrum