Kultfilm "Müllers Büro" als Musical in Wien:
Geist der 80er auf der Bühne wiederbelebt

Film auf der ewigen Bestenliste heimischer Streifen Inszenierung von Niki List läuft im Wiener Metropol

Kultfilm "Müllers Büro" als Musical in Wien:
Geist der 80er auf der Bühne wiederbelebt

Mit 441.000 Kinobesuchern liegt der Film auf der ewigen Bestenliste heimischer Streifen hinter "Hinterholz 8" und "Poppitz" auf Platz drei. Nun gastiert die Musical-Inszenierung von Niki List auch endlich in Wien.

Ohrwurm bleibt Ohrwurm. Lieder wie "Weil ich so sexy bin", "Männer sind wie Marzipan", vor allem aber der Titelsong zu "Müllers Büro" tun auch heute, über 20 Jahre nach der Uraufführung von Niki Lists Film-Musical ihre Wirkung. Sie stehen im Zentrum einer Aufführung, die der Regisseur für die Theaterbühne erarbeitet hat. Einige Monate nach der Premiere in der Neuen Bühne Villach ist die Produktion auch im Wiener Metropol zu sehen.

Neue Besetzung mit eigenem Charme
Man sollte nicht den Fehler machen, die Original-Besetzung mit Christian Schmidt als Privatdetektiv Max Müller, Andreas Vitasek als seinen Freund Larry und Barbara Rudnik als geheimnisvolle schöne Auftraggeberin Ingrid Bergmann mit ihren Nachfolgern zu vergleichen, denn Simon Hatzl als Macho Max und Hubert Wolf als treuherziger Tollpatsch Larry bringen eigene Noten ins Spiel. Einzig Elke Jochmann geht das nötige Flair von Sex und Crime ein wenig ab, das die Männer in den Wahnsinn bzw. in den Kugelhagel treibt.

Produktion auf der Retro-Welle
Die Produktion schwimmt erfolgreich auf der Retro-Welle, atmet in der Ausstattung den Geist der 1980er Jahre und bringt dadurch eine zusätzliche Volte in das ohnedies schon mehrbödige Treiben. Hemmungslos plünderte Niki List für den Film berühmte Krimi-Versatzstücke und sorgte dafür, dass die verwickelte Handlung praktisch undurchschaubar blieb, nun werden in der schwungvollen Bühnen-Choreografie zusätzlich Musikfilme a la "Grease" gleich mitpersifliert.

Erfolgreiches Konzept
Einige kräftige Striche würden der zweieinhalbstündigen Produktion, die speziell nach der Pause zunehmend im hochtourigen Leerlauf unterwegs ist, sehr gut tun. Frechheit von einst wurde durch Nostalgie und Augenzwinkern ersetzt, in Österreich damals ungewohnte filmische Professionalität durch Vorstadt-Charme und sichtliches Engagement aller Beteiligten. Das Konzept scheint aufgegangen: viel Applaus für die Wien-Premiere.

(APA)