Kufstein von

Lebenslang nach Mord

42-Jähriger soll Autohändler ermordet haben - Angeklager plädierte auf nicht-schuldig.

Kufstein - Lebenslang nach Mord © Bild: APA/Rubra

Im Indizienprozess gegen einen 42-Jährigen, dem der Mord an einem Kufsteiner Autohändler im Februar 2008 zur Last gelegt wurde, hat am Landesgericht Innsbruck einen Schuldspruch der Geschworenen und lebenslange Haft gegeben.

Der Angeklagte hatte sich wiederholt als nicht schuldig bekannt. Von seiner als Zeugin geladenen Ex-Frau wurde der kroatische Staatsangehörige hingegen schwer belastet. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig. Sechs Geschworene haben gegen den Angeklagten votiert, zwei für ihn. Sie erkannten ihn sowohl beim Mordvorwurf als auch beim Raub und der schweren Nötigung für schuldig.

"Ganz was Schlimmes gemacht"
Der beschuldigte Kroate habe sich nach der mutmaßlichen Tat sehr eigenartig verhalten und habe ihr gegenüber gemeint, dass er "ganz was Schlimmes gemacht" habe, hatte die Exfrau erklärt. Verteidiger Markus Abwerzger betonte im Eröffnungsplädoyer hingegen, dass es "keinen Beweis, sondern allenfalls Indizien" gegen seinen Mandanten gebe. Die Polizei habe es "nicht geschafft", den "wahren Täter" vor Gericht zu stellen. Der auf einer Autopreistafel sichergestellte Fingerabdruck des Angeklagten sei lediglich ein "alltäglicher Fingerabdruck, der allein keinen Beweis" darstelle. Abwerzger versuchte, die Ex-Frau des Mannes als Hauptbelastungszeugin in Widersprüche zu verstricken.

Todesdrohung
Die Tirolerin, in deren Kufsteiner Wohnung der 42-Jährige trotz der Scheidung im Jahr 2004 bis zum Jahr 2008 zeitweise gelebt hatte, belastete den Angeklagten in ihrer Zeugenaussage schwer. Der Beschuldigte sei nach der angeblichen Tat zitternd, kreidebleich und nur mit einer Unterhose bekleidet vor ihr gestanden. Den ganzen Tag über sei er zudem extrem nervös gewesen und habe ständig aus dem Fenster gesehen. Als die grausame Tat bekanntgeworden war, habe sie ihn am selben Tag gefragt, ob er etwas damit zu tun habe. Denn sollte dies der Fall sein, müsse sie es der Polizei melden. Daraufhin habe er sie selbst, ihren Sohn und ihre Eltern mit dem Tode bedroht.

15 Schläge auf den Kopf und Raub
Vor Richterin Helga Moser meinte der Angeklagte, dass er am Vormittag des Tattages lediglich versucht habe, dem Autohändler seinen Wagen zu verkaufen. Ihm wurde vorgeworfen, sein Opfer durch mindestens 15 wuchtige Schläge mit einem Werkzeug gegen den Kopf vorsätzlich getötet und rund 8.000 Euro geraubt zu haben.

Der 58-jährige Autohändler war am 20. Februar 2008 mit massiven Kopfverletzungen von einem Kunden in einem Verkaufscontainer nahe der Autobahnausfahrt Kufstein-Nord gefunden worden. Der Mann hatte dort einen Gebrauchtwagenhandel betrieben. Der Verdächtige wurde am 17. Mai 2011 in Ungarn verhaftet und anschließend nach Österreich ausgeliefert.