"Küss' die Hand, Frau Doktor": Akademiker haben laut Studie höhere Lebenserwartung

Pflichtschulabsolventen sterben im Schnitt jünger Beweis: Soziale Faktoren spielen bei Alter eine Rolle

"Küss' die Hand, Frau Doktor": Akademiker haben laut Studie höhere Lebenserwartung

Dass Langlebigkeit auch ein soziales Phänomen ist, geht aus jüngsten Berechnungen der Statistik Austria hervor. So lag etwa 2001/02 die Wahrscheinlichkeit, den 80. Geburtstag zu erleben, für Männer mit Universitätsabschluss deutlich höher als für solche mit Pflichtschulabschluss. Bei den Frauen fällt dieser Unterschied geringer aus.

In Zahlen: 62,9 Prozent der männlichen Akademiker, aber nur 41,8 Prozent der Pflichtschulabsolventen werden wahrscheinlich mindestens 80 Jahre alt. Bei den weiblichen Akademikern sind es 74,7 Prozent, bei den Pflichtschulabsolventinnen 65,2 Prozent. Wie die Statistik Austria auf der Basis von Daten aus den Jahren 2001/2002 errechnete, werden bereits fast die Hälfte aller Männer, nämlich 47,9 Prozent, und rund zwei Drittel aller Frauen - 67,5 Prozent - den 80. Geburtstag erleben. Die Lebenserwartung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich erhöht.

Ein 35-jähriger Akademiker kann demnach ein durchschnittliches Sterbealter von 81,4 Jahren erwarten, ein gleichaltriger Pflichtschulabsolvent dagegen eines von 75,2 Jahren. Für 35-jährige Frauen mit Hochschulbildung liegt das zu erwartende Sterbealter bei 84,4 Jahren, für gleichaltrige Pflichtschulabsolventinnen bei 81,6 Jahren.

Bei der Interpretation der Ergebnisse sollte berücksichtigt werden, dass die unterschiedliche Lebenserwartung der einzelnen Bildungsgruppen vermutlich weniger durch die Bildung selbst als durch die damit verbundenen Lebensumstände - also Beruf, Einkommen, usw. - und Lebensstile - zum Beispiel Ernährungs- oder Rauchverhalten - zu Stande kommt, betonte die Statistik Austria. (APA/red)