Kuba wieder in Präsidenten-Hand: Castro kehrte inoffiziell zu Amtsgeschäften zurück

Treffen mit hochrangigem chinesischen Politiker Castros Gesundheitszustand als Staatsgeheimnis

Kuba wieder in Präsidenten-Hand: Castro kehrte inoffiziell zu Amtsgeschäften zurück

Kubas Präsident Fidel Castro befasst sich nach seiner schweren Krankheit offenbar wieder zunehmend mit Amtsgeschäften. Zwei Fotos im offiziellen Blatt der kommunistischen Partei der Karibikinsel "Granma" zeigten Castro bei einem Treffen mit einem hochrangigen chinesischen Politiker in erkennbar gebesserter Verfassung. Castro hatte sich nach einer Darm-OP im Vorjahr zurückgezogen.

Der Revolutionsführer und sein Gast, das Politbüro-Mitglied der chinesischen Kommunistischen Partei, Wu Guanzheng, hätten ein einstündiges "fruchtbares" Gespräch geführt, berichtete das kubanische Staatsfernsehen. Das Treffen habe rund eine Stunde gedauert. Fidel Castros Gesundheitszustand ist ein Staatsgeheimnis. Auf Fernsehbildern hatte er im vergangenen Jahr sehr geschwächt gewirkt. Laut kubanischen Regierungsvertretern verläuft seine Genesung jedoch gut, und er schaltet sich allmählich wieder stärker in die Steuerung der Geschicke des Landes ein.

Wu überreichte Castro einen Brief von Chinas Präsident Hu Jintao, in dem dieser die "exzellenten Beziehungen" zwischen den beiden Staaten lobte. China ist nach Venezuela der zweitgrößte Handelspartner Kubas.

Der 80-jährige Castro hatte sich nach einer schweren Darmoperation im vergangenen Juli aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und die Amtsgeschäfte vorübergehend seinem Bruder Raul überlassen. Seitdem war er nur in mehreren Videoaufnahmen und auf Fotos zu sehen. In den vergangenen Wochen hatte er in Kommentaren in kubanischen Medien wieder die Politik von US-Präsident Bush kritisiert. Castro führt das kommunistische Kuba seit 1959 als Regierungschef und seit 1976 als Präsident. China ist nach Venezuela der zweitgrößte Handelspartner Kubas. (apa)