"Krone"-Konflikt: Kuhn wieder dienstfrei gestellt! Dichand erneuert das Hausverbot!

WAZ will "mit allen Mitteln" gegen Dichand vorgehen Chefredakteur Kuhn wurde "wie ein Gast empfangen"

Der Konflikt zwischen der Familie Dichand und der deutschen WAZ, den beiden Hälfteeigentümern der "Kronen Zeitung", dürfte sich neuerlich zuspitzen. Trotz der Entscheidung des Wiener Arbeits- und Sozialgerichts, wonach die von "Krone"-Herausgeber Hans Dichand ausgesprochene Entlassung des geschäftsführenden Chefredakteurs Michael Kuhn nicht rechtswirksam war, blieb Kuhn die Rückkehr an seinen Arbeitsplatz verwehrt.

In einem von Hans Dichand und "Krone"-Geschäftsführer Wolfgang Altermann unterfertigten Schreiben wurde der von der WAZ als Chefredakteur nominierte Kuhn mit sofortiger Wirkung dienstfrei gestellt. Zudem wurde auch das seinerzeit mit der Entlassung über Kuhn verhängte Hausverbot erneuert. "Für mich ist das in höchstem Maße unbefriedigend, dass ich jetzt offenbar gezwungen bin, mit vollen Bezügen spazieren zu gehen", erklärte dieser dazu.

Aus WAZ-Kreisen hieß es zu den jüngsten Entwicklungen, man werde die von Dichand gesetzten Schritte "nicht hinnehmen". Diese seien "völlig falsch". Die deutsche Hälfteeigentümerin will "mit allen Mitteln" dagegen vorgehen, war in Erfahrung zu bringen.

Michael Kuhn, der sich auf Basis des nicht rechtskräftigen Urteils bis auf weiteres als geschäftsführender Chefredakteur der "Kronenzeitung" ansieht, hatte gegen 11.00 Uhr das Pressehaus betreten. Der Portier habe ihn "wie einen Gast empfangen", berichtete er. So sei er aufgefordert worden, seinen Pkw auf einem Gästeparkplatz abzustellen.

Ehe Kuhn an seinem Schreibtisch Platz nehmen konnte, trat ihm Geschäftsführer Wolfgang Altermann gegenüber. Dieser überreichte Kuhn die schriftliche Dienstfreistellung. Einen persönlichen Kontakt mit Hans Dichand habe es nicht gegeben, verriet Kuhn.

Hans Dichand war für die APA für keine Stellungnahme erreichbar. Er befinde sich nicht mehr im Haus, verlautete aus seinem Sekretariat. Auch Wolfgang Altermann war nicht zu sprechen. Dessen Sekretärin erklärte, Altermann sei "im Haus unterwegs". Die Bitte um einen telefonischen Rückruf hatte vorerst keinen Erfolg. (apa/red)