Kroatischer Journalist bei Attentat getötet: Premier Sanader spricht von "Terrorismus"

Auch Zeitungs-Marketingdirektor kam ums Leben In jüngster Zeit mehrere Anschläge im Balkanstaat

Der bekannte kroatische Journalist und Zeitungsverleger Ivo Pukanic ist bei einem Anschlag am Abend des 23. Oktobers in Zagreb getötet worden. Bei der Bombenexplosion kam auch der Marketingdirektor der Wochenzeitung "Nacional", Niko Franjic, ums Leben. Zwei Mitarbeiter der Wochenzeitung, deren Direktor Pukanic war, wurden verletzt. Präsident Mesic und Premier Sanader sprachen von "Terrorismus".

Nach ersten Erkenntnissen detonierte die Bombe entweder unter dem Toyota Lexus von Pukunic oder in einem Müllcontainer, der sich unmittelbar neben dem Fahrzeug befand, berichteten kroatische Medien. Die Bombe explodierte etwa um 18.25 Uhr, als sich Pukanic und Franjic dem Auto näherten. Augenzeugen berichteten von einer sehr lauten und starken Detonation, die umliegende Fenster beschädigte.

Der in der Öffentlichkeit umstrittene 47-jährige Pukanic, Vorsitzender der NCL-Media-Gruppe, war schon im vergangenen April vor seinem Wohnhaus in Zagreb Ziel eines Attentats. Damals hatte ein Unbekannter aus kürzester Distanz auf Pukanic geschossen, ihn aber nach Angaben des Journalisten verfehlt. Daraufhin bekam er Polizeischutz, der aber vor zwei Monaten in Vereinbarung mit Pukanic aufgehoben wurde, erklärte am Donnerstagabend der kroatische Innenminister Karamarko.

Mit dem Anschlag auf Pukanic und Franjic sei "Terrorismus auf den Straßen Zagrebs" eingekehrt, erklärte Mesic in einer ersten Reaktion laut Zagreber Medien. Die kriminelle Unterwelt habe den Rechtsstaat mit noch nie dagewesenen Herausforderungen konfrontiert." "Wir werden nicht erlauben, dass Kroatien Beirut wird", betonte Premier Sanader. Man werde alles unternehmen, um den Fall zu lösen.

Das Attentat auf Pukanic reiht sich in eine Serie von Anschlägen, die das EU-Beitrittskandidatenland in jüngster Zeit erschüttert hatten. Anfang Oktober war die Tochter des Anwalts des von Österreich an seine Heimat ausgelieferten kroatischen Ex-Vizeverteidigungsministers Vladimir Zagorec in Zagreb ermordet worden.

(apa/red)