Kroatische Justiz fordert: Österreich soll Ex-General Zagorec nach Zagreb ausliefern

Vorwurf der Veruntreuung von Staatsgeldern Zagorec derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß

Kroatische Justiz fordert: Österreich soll Ex-General Zagorec nach Zagreb ausliefern

Das kroatische Justizministerium hat bei den österreichischen Behörden die Auslieferung von Ex-General Zagorec beantragt. Justizministerin Lovrin habe den Auslieferungsantrag an das österreichische Justizministerium unterzeichnet, teilte das Justizministerium in Zagreb mit. Die Entscheidung über eine Auslieferung liegt bei Untersuchungsrichterin Forstner.

Zagorec, dem die Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen wird, war nach Ausstellung eines internationalen Haftbefehls in Österreich in Auslieferungshaft genommen worden und gegen eine Kaution von einer Million Euro auf freien Fuß gesetzt worden. Zagorec soll im Jahr 2000, als er den Posten des Vize- Verteidigungsministers räumte, aus dem Safe des Ministeriums Schmuck in Höhe von mehreren Millionen Dollar entwendet haben, den er 1993 von einem deutschen Waffenhändler als Bürgschaft für fünf Millionen US-Dollar (3,76 Mio Euro) erhalten haben soll.

Die Mittel sollten angeblich für den Kauf von Raketen-Systemen S- 300 verwendet werden. Zagorec war seinerzeit als zweitwichtigster Mann hinter Minister Susak im Verteidigungsressort und Vertrauensmann des damaligen kroatischen Präsidenten Tudjman für die Logistik der Streitkräfte verantwortlich. Nach seiner Zeit im Verteidigungsministerium avancierte Zagorec zu einem der reichsten Männer in Kroatien, auch in Österreich gründete er mehrere Firmen.

Ein Gericht in Zagreb hat die Berufung, die Zagorec wegen des Beginns einer gerichtlichen Untersuchung gegen ihn eingelegt hatte, abgelehnt. Der Ex-General kann nun keine weiteren Berufungen mehr einlegen; eine Untersuchung gegen ihn kann beginnen. Erste Zeugen gegen Zagorec sollen am 27. März vor dem Untersuchungsrichter aussagen. (apa)