Kroatien geht gegen die Niederlande unter:
0:3-Niederlage im Heimspiel gegen Oranjes

Aber ÖFB-Spion Ruttensteiner warnt vor Kroatien Starke Polen schlagen Tschechien auf Zypern 2:0

Kroatien geht gegen die Niederlande unter:
0:3-Niederlage im Heimspiel gegen Oranjes © Bild: Reuters/Kovacevic

Die kroatische Fußball-Nationalmannschaft ist gegen die Niederlande mit 0:3 unter die Räder gekommen. Für den ÖFB spionierte in Split Willi Ruttensteiner. Und der Technische Direktor des rot-weiß-roten Verbandes schlug dabei zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn die Kroaten sind am 8. Juni Auftaktgegner Österreichs bei der EURO 2008 und die Niederländer sind am 26. März in Wien der nächste Testkontrahent der Truppe von Josef Hickersberger.

"Man muss dieses Ergebnis mit Vorsicht genießen", warnt Ruttensteiner entschieden vor zu viel Zuversicht bezüglich des Kroatien-Spiels. "Die Kroaten hatten einen klassischen schwarzen Tag. Sie haben nicht gut gespielt, viele Spieler sind noch nicht in Form. Aber so werden sie sich ganz sicher nicht mehr präsentieren. Sie bleiben eine super Mannschaft mit hervorragenden Einzelspielern", so Ruttensteiner über die in Bestbesetzung angetretenen Hausherren, die im Finish ausgepfiffen wurden und bei denen Salzburg-Legionär Niko Kovac bis zur 70. Minute "bemüht, aber ebenfalls glücklos" im Einsatz war.

Der kroatische Teamchef Slaven Bilic meinte nach der Pleite vor 28.000 Fans: "Ich gratuliere den Niederländern, sie waren das bessere Team und haben verdient gewonnen. Wir hatten zu viele Ballverluste und haben die Tore zu leichtfertig verschenkt." Die Kroaten, die ihr erstes Match nach dem 3:2-Triumph in England bestritten, sind damit in Split auch nach neun Spielen weiter sieglos. "Das heißt aber nicht, dass wir hier nie wieder spielen wollen. Irgendwann werden wir auch in Split siegen", erklärte Bilic über den Split-"Fluch".

Ersatzgeschwächte Niederländer überlegen
Die Niederländer zeigten sich hingegen rund vier Monate vor dem EURO-Start in blendender Form. Und das ohne Leistungsträger wie Ruud van Nistelrooy, Clarence Seedorf, Arjen Robben oder Robin van Persie. "Das war eine tolle Auswärtspartie einer sehr, sehr kompakten und cleveren Mannschaft. Und das, obwohl die Holländer auf einigen Positionen geschwächt waren", war Ruttensteiner beeindruckt. Für ihn war Wesley Snejder "der überragende Mann in einer sehr guten Mischung", die Treffer erzielten John Heitinga (9.), Klaas Jan Huntelaar (36.) und Jan Vennegoor of Hesselink (88.).

Auch Teamchef Marco Van Basten war von der Leistung angetan. "Man muss Freundschaftsspiele immer ernst nehmen. Und das haben die Jungs auch gemacht, Kompliment. Wir haben guten Fußball gespielt und genau das getan was wir wollten. Es war ein verdienter Sieg."

Starke Polen schlagen Tschechien
Einen verdienten Sieg feierten auch die Polen, die am 12. Juni zweiter EURO-Gegner Österreichs sind. Die Polen gewannen auf Zypern in Larnaka gegen Tschechien 2:0. Für Österreich sah Ex-Teamspieler Walter Kogler den Polen auf die Beine. "Vor allem vor der Pause waren sie sehr stark, da haben sie blitzschnell von der Defensive in die Offensive umgeschaltet. Das war eine hervorragende Formation", analysierte der Neo-Coach des Red-Zac-Erstligisten DSV Leoben.

Bis zur Pause war auch Austria-Wien-Verteidiger Jacek Bak als Kapitän im Einsatz, danach wurde er so wie zahlreiche Teamkollegen von Teamchef Leo Beenhakker ausgetauscht. "Durch die Wechsel ist der Rhythmus verloren gegangen, in der zweiten Hälfte war Polen nicht mehr so gefährlich", berichtete Kogler, der Treffer durch Wojciech Lobodzinski (6.) und Mariusz Lewandowski (28.) sah. Polen-Tormann Artur Boruc parierte zudem einen Elfmeter des tschechischen Starstürmers Jan Koller. Bei den Tschechen machte sich das Fehlen der beiden angeschlagenen zentralen Mittelfeldspieler Tomas Rosicky und Tomas Galasek deutlich bemerkbar.

"Eine Lektion"
"Van Basten erteilte Bilic eine Lektion", meinte die kroatische Zeitung "Vecernji list" nach der Heimpleite gegen die Niederlande. "Jutarnji list" gewann der Niederlage auch positive Seiten ab: "Ein Euphorie-Virus hatte vorher die gesamte Nation befallen. Wir haben schon Rechenexempel angestellt, gegen wen wir im EM-Finale spielen werden. Seit heute schweben wir nicht mehr auf Wolken. Die Niederländer haben uns die Augen geöffnet. Jede Niederlage ist schmerzlich, aber diese war willkommen."

Das Internet-Portal "sportnet.hr" wollte Kovac & Co. zwar nicht den guten Willen absprechen, sah das Problem aber hauptsächlich in den Köpfen: "Ohne Druck zeigt Kroatien eben nicht sein wahres Gesicht." Die Euphorie in Kroatien war vor allem aufgrund des 3:2-Triumphes der Nationalmannschaft in der EM-Qualifkation auswärts gegen England gewaltig gewesen. Aufgrund dieser Partie müssen die Engländer die EURO in Österreich und der Schweiz als Zaungäste verfolgen.

(apa/red)

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