"Kritischen Stimmen" öffnen: Pröll stellte neue "Perspektivengruppe" der ÖVP vor

Landwirtschaftsminister: Parteiausrichtung entwickeln Molterer: Projekt stellt Volkspartei 'auf den Prüfstand'

"Kritischen Stimmen" öffnen: Pröll stellte neue "Perspektivengruppe" der ÖVP vor

Die ÖVP will sich in Zukunft für "kritische Stimmen von außen" öffnen. Das erklärte der Leiter der neuen "Perspektivengruppe 2010" der Volkspartei, Landwirtschaftsminister Pröll, bei der Präsentation des neuen Projekts in Wien. In 14 Arbeitsgruppen soll die künftige Ausrichtung der Partei entwickelt werden, Unterstützung werden diese auch von externen Experten erhalten.

Als prominenter Gastredner referierte Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt über den Aufstieg seiner konservativen Partei "Moderaterna". Pröll, der nach der Nationalratswahl im Oktober vom Parteivorstand den Auftrag zur Bildung der Perspektivengruppe erhalten hatte, bezeichnete Reinfeldt als "Vorbild". Das Erstarken der konservativen Kräfte mache ihm Mut, sagte Pröll. Die ÖVP wolle in den 14 Arbeitsgruppen die "Druckpunkte und Herausforderungen für die Zukunft" herausfinden, sagte Pröll vor mehr als 800 Gästen im Wiener "Uniqa Tower".

Der Minister ging auch auf die zuletzt viel diskutierten nicht- ehelichen Lebensgemeinschaften ein. Diese seien seit den 90er Jahren stark gestiegen. Er sei dafür, dass Lebenspartnerschaften und Patchworkfamilien nicht nur rhetorisch akzeptiert und respektiert werden, sondern auch rechtliche Anerkennung und Sicherheit fänden. Nicht vorstellen könne er sich aber die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare.

Bis Ende September sollen die Arbeitsgruppen einen Abschlussbericht erstellen, der dann dem Parteivorstand präsentiert wird. ÖVP-Chef und Vizekanzler Molterer meinte, seine Partei stelle sich mit diesem Projekt "auf den Prüfstand". Er zeigte sich überzeugt, dass die ÖVP "gewinnen" werde. (apa)