Kritik an der UEFA: Gewerkschaft fordert bei EURO 2008 eine Entlohnung für Helfer

Verband soll Arbeit auch entsprechend entlohnen

Die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft (vida) stellt sich gegen eine ehrenamtliche Tätigkeit der Helfer bei der von Österreich und der Schweiz veranstalteten EURO 2008. "Von den 5.000 HelferInnen, die das UEFA-Team bei dem Sportevent in Österreich und der Schweiz unterstützen sollen, wird erwartet, dass sie ehrenamtlich arbeiten. Wir verlangen, dass die UEFA diese Sichtweise überdenkt, schließlich wird ja von den HelferInnen auch Professionalität verlangt. Sie gehören entsprechend honoriert", erklärte der vida-Vorsitzende Rudolf Kaske.

Die UEFA suche laut Angaben auf ihrer Homepage für die EURO rund 5.000 "Volunteers" für die Bereiche Transport und Verkehr, Medien- und Gästebetreuung, Ticketing und Akkreditierung. Belohnt werde der Einsatz laut UEFA mit einem kompletten Adidas-Outfit, kostenloser Verpflegung während des Anlasses und vor allem mit unvergesslichen Erlebnissen. "Der Dienst an der Gesellschaft wäre aber weit größer, wenn sich die UEFA an Arbeit Suchende wenden und die Arbeit entsprechend entlohnen würde", meinte Kaske am Montag.

Kaske kündigte dazu Gespräche mit der Schweizer Dienstleistungsgewerkschaft UNIA an. "Die EURO ist für sehr viele Unternehmen ein großes Geschäft. Warum sollte sich dann ausgerechnet ein Teil derjenigen, die bei der EURO arbeiten, mit dem Slogan 'Dabei sein ist alles' abspeisen lassen", sagte der Gewerkschafts-Vorsitzende.

Bei internationalen Großereignissen hat sich der Einsatz von freiwilligen und vor allem kostenlosen Helfern seit Jahrzehnten eingebürgert. Die Organisation Olympischer Spiele und auch von Fußball-Großturnieren ist ohne "Volunteers" nicht mehr zu bewerkstelligen. Für die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking werden etwa 100.000 solcher Helfer benötigt, 500.000 Anwärter haben sich bis dato gemeldet.

(apa/red)