Kritik an Simbabwe-Wahl flaut nicht ab: Neuauszählung der Stimmen ist "illegal"

Oppositionsführer befürchtet Betrug bei Zählung Tsvangirai fordert Rücktritt von Präsident Mugabe

Kritik an Simbabwe-Wahl flaut nicht ab: Neuauszählung der Stimmen ist "illegal" © Bild: Reuters/Stringer

Der simbabwesische Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hat die Stimmenneuauszählung als illegal bezeichnet. Eine Neuauszählung in einigen Wahlbezirken hätte innerhalb von 48 Stunden und in den Wahllokalen selbst stattfinden müssen, sagte Tsvangirai im Deutschlandfunk. Der Präsidentschaftskandidat der Bewegung für einen demokratischen Wandel (MDC) beanspruchte den Wahlsieg erneut für sich und lehnte eine Stichwahl gegen Amtsinhaber Robert Mugabe ab.

Der seit 1980 regierende, heute 84-jährige Präsident müsse in den Ruhestand gehen, betonte Tsvangirai. Selbst in einem möglichen Regierungsbündnis aus mehreren Parteien sei für Mugabe kein Platz. Andere Mitglieder der Regierungspartei ZANU-PF könnten aber durchaus einbezogen werden, sagte der Oppositionsführer dem Sender.

Nachdem Simbabwes Wahlkommission der MDC zunächst den Sieg bei der Parlamentswahl am 29. März zuerkannt hatte, begann eine Neuauszählung der Ergebnisse der Präsidentschafts-, Parlaments-, und Senatswahlen in 23 der landesweit 210 Wahlkreise. Die MDC fürchtet, dass die ZANU-PF durch Betrug bei der Neuauszählung die Kontrolle über das Parlament zurückgewinnen will.

(apa/red)