Kritik an Politik vor Luca-Prozess erneuert:
NGO fordert Reform der Jugendwohlfahrt

Arbeit der Behörden im Fall Luca wird scharf kritisiert 23-Jähriger muss sich nach Lucas Tod verantworten

Kritik an Politik vor Luca-Prozess erneuert:
NGO fordert Reform der Jugendwohlfahrt © Bild: APA/ORF/ZIB

Im Vorfeld des heute beginnenden Korneuburger Prozesses um den Tod des misshandelten Kleinkindes Luca hat die NGO Resistance for Peace ihre Kritik an Behörden und Politik erneuert und eine Reform der Jugendwohlfahrt gefordert. Kinderschutz müsse ernst genommen werden, trat Sprecher Peter Rosenauer für die Anzeige- oder Meldepflicht bei Kindesmissbrauch ein.

Der Aussendung zufolge will die NGO vor Verhandlungsbeginn am Donnerstag gemeinsam mit dem Kindesvater Bernhard Haaser ein Plakat mit einem Bild des Buben zeigen. "Die Behörden geben nach wie vor keinerlei Fehler zu. Ohne Lucas Vater wäre dieses Verbrechen vertuscht worden. Das sind keine Voraussetzungen dafür, dass in Zukunft besser gearbeitet werden wird", so Rosenauer in einem Auszug aus der Rede, die er bei der von Haasers L.U.C.A.-Kinderschutzverein angemeldeten Mahnwache am Donnerstagabend halten werde.

Schwerer sexueller Missbrauch mit Todesfolge
Bei dem für zwei Tage anberaumten Prozess geht es ausschließlich um die strafrechtliche Komponente des Falles, also die unmittelbare Todesursache, und nicht um etwaige Versäumnisse von Jugendbehörden in den Bundesländern Niederösterreich und Tirol. Das diesbezügliche Verfahren wurde an die Staatsanwaltschaft Innsbruck abgetreten.

Luca starb am 3. November 2007 im Wiener SMZ Ost. Für seinen Tod muss sich der damals 23-jährige Lebensgefährte der aus Tirol stammenden Mutter vor Geschworenen verantworten. Die Anklage lautet auf schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen mit Todesfolge, die Staatsanwaltschaft wird auch die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragen. (apa/red)