Kritik an ÖFB-Trainingsprogrammen: Pacult schießt sich auf Fußballbund und Spry ein

Rapid-Coach: "Eingriff in Trainingsarbeit der Vereine" In Richtung Spry: "Wir sind eben keine Brasilianer"

Rapid-Trainer Peter Pacult hat die Vorgehensweise des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) kritisiert, den Teamspielern via Conditioning Coach Roger Spry zusätzliche Trainingsprogramme zukommen zu lassen. "Das ist ein Eingriff in die Trainingsarbeit der Vereine", sagte der Wiener.

Pacult stört unter anderem, dass seine Kicker Übungen verordnet bekommen, die nicht zur aktuellen Trainingsarbeit im Club passen. Außerdem missfällt dem Betreuer die Tatsache, dass seine Spieler in der ÖFB-Datenbank Angaben über das Rapid-Training machen sollen. "Warum müssen unsere Spieler darüber Berichte abgeben?", fragte sich der 47-Jährige.

Pacult: Technische und praktische Mängel
Pacult deutete auch an, dass die ÖFB-Vorgaben des Öfteren allein schon aufgrund von technischen oder sprachlichen Mängeln nicht eingehalten werden. "Was haben die Spieler davon, wenn sie auf einer Video-Aufnahme von Spry nicht erkennen können, um welche Übung es sich handelt. Oder sie bekommen eine Kassette in englischer Sprache, es können aber nicht alle Englisch."

Die Spieler könnten sich jederzeit an Rapid-Fitness-Coach Christian Canestrini wenden, wenn sie individuell im körperlichen Bereich arbeiten wollen, so Pacult. "Alle unsere Spieler haben die Möglichkeit, mit Christian zu trainieren. Aber sie machen das Programm, das Christian für richtig hält."

Im Zusammenhang mit der Aussage von Teamchef Josef Hickersberger nach dem Tschechien-Match, wonach einige ÖFB-Spieler im Fitness-Bereich Defizite hätten, wunderte sich Pacult: "Ich verstehe das nicht ganz. Jetzt ist Spry so lange da, aber wo sind die Verbesserungen? Er macht brasilianische Tänze, aber wir sind eben keine Brasilianer."

(apa/red)