Kritik von

Mömax-Werbung:
"Missbrauch bagatellisiert"?

Kritik - Mömax-Werbung:
"Missbrauch bagatellisiert"? © Bild: Shutterstock

Der Mömax-TV-Spot "Alles muss raus" sorgt für Beschwerden beim Werberat. In der Werbung erzählt ein junges Mädchen, sie habe Sex mit ihrem Lehrer.

Das Möbelhaus "Mömax" sorgt aktuell für Diskussion. Genauer geht es um den TV-Spot "Alles muss raus". In diesem gesteht ein Sohn seinem Vater, dass er schwul ist. Darauf hin erzählt seine Tochter, sie habe Sex mit ihrem Lehrer – und die Ehefrau fügt noch hinzu, sie sei früher ein Mann gewesen.

»Ist es Normalität, wenn ein Mädchen mit ihrem Lehrer schläft?«

Beim Werberat häufen sich nun die Beschwerden über jene Szene, in der die Familientochter gesteht, mit ihrem Lehrer zu schlafen. Das Verfahren sei derzeit in Bearbeitung, heißt es beim Werberat. Empört zeigen sich auch die Österreichischen Kinderschutzzentren. Per Aussendung fordern sie den Rückzug des Spots, weil darin „Missbrauch Minderjähriger und seine Folgen bagatellisiert und als normal bzw. nichts Besonderes dargestellt“ würden.
Im aktuellen TV- Spot von Mömax kommt diese Mitteilung leichtfüßig daher – und alle gehen zur Tagesordnung über. Ist es eine „spaßige Fantasie“ oder ist es Normalität, wenn ein Mädchen mit ihrem Lehrer schläft? „Sicher keines von beidem. Noch dazu, wenn dieser Umstand mit einer Täter-Opfer-Umkehrung präsentiert wird. Sie, die Jugendliche, mit ihm. Nicht er, der Lehrer, mit ihr. Denn dann wäre es schon etwas deutlicher, dass es sich bei dem, was wir da gerade hören, um einen Straftatbestand handelt“, zeigt sich Martina Wolf, Geschäftsführerin im Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren empört.

Auch in den Sozialen Netzwerken sorgt der Werbespot für Kritik, es dürfe nicht sein, dass auch Themen wie Transgender oder die sexuelle Orientierung so "durch den Dreck gezogen" werden, heißt es.

Im Internet findet man den Spot übrigens nicht und laut Mömax wurde er im Fernsehen auch nur bis 13. Jänner ausgestrahlt.

Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens gab es bisher nicht. Gegenüber der Presse betonte man, man würde die Kritik ernst und habe keine Betroffenen beleidigen wollen. Das Video soll in Zukunft in einer neuen Version ausgestrahlt werden.