Kritik der Arbeiterkammer: 46.000 Kinder-Betreuungsplätze fehlen in Österreich

AK: Mängel bei Null- bis Zweijährigen & Schulkindern Höhere Erwerbsquote durch bessere Verfügbarkeit

Kritik der Arbeiterkammer: 46.000 Kinder-Betreuungsplätze fehlen in Österreich

In Österreich gibt es viel zu wenig Möglichkeiten, seine Kinder in Krippen oder Tagesheimen betreuen zu lassen: Laut Arbeiterkammer Wien fehlen in dem Bereich 46.000 Betreuungsplätze, vor allem für die Null- bis Zweijährigen und die Schulkinder von sechs bis neun Jahre. Zudem würden nur 42 Prozent der vorhandenen Plätze jenen Kriterien entsprechen, die den Elternteilen ein höheres Arbeitszeitausmaß ermöglichen.

Wer kurz nach der Geburt wieder in den Job wechseln möchte, kann hier zu Lande mit Problemen konfrontiert sein, eine entsprechende Einrichtung zu finden. Österreich ist hier laut Arbeiterkammer in Europa Schlusslicht: Die Betreuungsquote liege bei nur zwölf Prozent, in skandinavischen Ländern wie Dänemark oder Schweden jedoch bei 68 bzw. 73,3 Prozent. Um das EU-weite Barcelona-Ziel einer 33-prozentigen Quote für die Null- bis Zweijährigen bis 2010 zu erreichen, müssten hierzu Lande jährlich 10.000 neue Plätze für Kleinkinder geschaffen werden.

Mängel sieht die Arbeiterkammer auch bei den Angeboten für Schulkinder von sechs bis neun Jahren: Hier liegt die Quote bei nur 20 Prozent. Recht gut hingegen sei die Situation bei den Kindergärten, die im bundesweiten Durchschnitt 86 Prozent erreichen.

Wien mit besten Quoten
Das Bundesland mit den besten Quoten für Klein- und Schulkinder ist Wien: Die Quote für Null- bis Zweijährige liegt bei 25 Prozent, jene für Sechs- bis Neunjährige bei 52 Prozent. Bei den Kleinkindern am schlechtesten liegen Oberösterreich und Steiermark mit sechs bzw. sieben Prozent.

Laut einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstitutes SORA würden 155.000 Frauen in Österreich gerne länger oder Vollzeit arbeiten, wenn dies durch entsprechende Kinderbetreuungsangebote möglich wäre, sagte die Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der AK-Wien, Ingrid Moritz,. Als Maßstab für die Erwerbsfreundlichkeit legt die Arbeiterkammer den "VIF"-Index an, mit dem ausreichende Öffnungszeiten und Angebote für Mittagessen erhoben werden. Hier ist laut Arbeiterkammer allerdings noch viel zu tun: Rund 40.000 Kinderbetreuungsplätze in Österreich müssten adaptiert werden, um den "VIF"-Anforderungen zu entsprechen - nur 42 Prozent entsprechen diesen.

Würden die Lücken bei den Betreuungsplätzen geschlossen werden, würde dies 25.000 mehr Arbeitplätze für Frauen bedeuten, so die AK. Diese entfielen einerseits auf die direkt entstehenden Arbeitsplätze in Kinderkrippen und Co. sowie durch die vermehrten Möglichkeiten für Mütter.

(apa/red)