Krisenstaat Jemen kommt nicht zur Ruhe:
Islamisten jagen Munitionsfabrik in die Luft

Explosion in Stadt Jaar fordert mindestens 150 Tote Westliche Staaten befürchten verstärkte Terrorgefahr

Krisenstaat Jemen kommt nicht zur Ruhe:
Islamisten jagen Munitionsfabrik in die Luft © Bild: Reuters/Stringer

Der Krisenstaat Jemen rutscht immer weiter ins Chaos: Bei einer Explosion in einer Munitionsfabrik sind mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen, 180 wurden verletzt. Noch seien aber nicht alle Opfer geborgen, hieß es. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder. Augenzeugen berichteten, dass vor der Explosion in der Stadt Jaar Islamisten in die Fabrik eingebrochen seien, um Waffen zu stehlen.

Die Nachrichten-Website "Marib Press" berichtete, die Explosion habe sich ereignet, als Anwohner auf das Fabrikgelände in der Ortschaft Al-Hisn kamen, nachdem die "Jihadisten" wieder abgezogen waren. Das für Patronen bestimmte Pulver, das auf dem Gelände lagerte, habe sich entzündet. Noch ist unklar, was genau vor sich ging.

Am Tag zuvor hatte es Kämpfe zwischen islamistischen Extremisten und dem Militär gegeben: Die Armee versuchte, eine Koalition von Islamisten aus Jaar zu vertreiben, die am Samstag einige Gebäude besetzt hatten, darunter auch das Waffenlager. Die Auseinandersetzungen vom Sonntag schürten Ängste westlicher Staaten und des Nachbarn Saudi-Arabien, Jemen könnte ins Chaos abrutschen, wovon ein regionaler Zweig der Extremistenorganisation Al-Kaida profitieren könnte. Der Jemen gehört zu den wichtigsten Rückzugsorten des Terrornetzwerks Al-Kaida weltweit.

(apa/red)