Krisen-Klub spricht Tacheles: GAK-General-Versammlung beschloss Fischl-Aufsichtsrat

Staatsanwalt ermittelt gegen Ex-Präsident Roth & Co.

Die nach dem Rücktritt von Ex-Präsident Stephan Sticher einberufene Generalversammlung des krisengeschüttelten Fußball-Traditionsklubs GAK hat wie erwartet die Bildung eines aus mehreren Sektionen bestehenden Aufsichtsrates beschlossen. Die 364 Stimmberechtigten votierten einstimmig für die vorgeschlagenen Statutenänderungen.

Der in den vergangenen Tagen und Wochen bei den Grazern federführende Ex-Präsident Harald Fischl übernimmt demnach die Sektionen Wirtschaft, Finanz und Recht. Vorstandsmitglied Wolfgang Egi zeichnet in den Bereichen PR, Marketing, Jugend und Akademie verantwortlich. In der Sektion "Kontrolle" sind Peter Schroll und Michael Gaisbacher die leitenden Personen. Für die Sektion Sport schlug Fischl Ex-Trainer Hans Ulrich Thomale vor.

Fischl gab sich am Rande der Generalversammlung trotz anhaltender Finanzprobleme kämpferisch: "Das Budget für die Regionalliga ist gesichert, wir haben bereits mehr als 1.000 Abos verkauft." Der derzeitige Schuldenstand beträgt laut ehemaligem Finanzvorstand Walter Messner rund 900.000 Euro.

Die ehemaligen GAK-Präsidenten Rudolf Roth (bis 2005), Harald Sükar (2006) und Stephan Sticher (bis Juli 2007) geraten indes immer mehr in das Visier der Staatsanwaltschaft. Laut "Kurier" (Freitag-Ausgabe) wird gegen die drei Ex-Klub-Bosse wegen des Verdachts der Zahlung von Schwarzgeldern an Spieler ermittelt. Roth, Sükar und Sticher werde vom Staatsanwalt auch die grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen vorgeworfen.

Gegen Sükar und Sticher wird laut "Kurier" sogar wegen des Verdachts des schweren Betruges ermittelt, weil sie gegenüber der Bundesliga eine Vertragsänderung mit dem Sportvermarktungs-Unternehmen IMG verschwiegen hatten. Roth würden demnach im Falle einer Verurteilung bis zu zwei Jahre, Sükar und Sticher bis zu zehn Jahren Haft drohen.

(apa/red)