Krise von Weltmeister Rossi geht weiter: In Führung liegend Aus bei GP von Le Mans

KTM-Pilot Mika Kallio in 125er-Klasse Zweiter

Die Krise von MotoGP-Weltmeister Valentino Rossi hat auch beim Frankreich-GP in Le Mans seine Fortsetzung gefunden. Der von Platz sieben gestartete Italiener fiel am Sonntag im fünften Saisonlauf in Führung liegend mit Motorschaden aus und ist in der Weltmeisterschaft nur noch abgeschlagener Achter. Der Sieg ging an den Italiener Marco Melandri, der seinen zweiten Saisonsieg feierte.

Dabei hatte Rossi bei anfangs feuchter Piste dank eines neuen Chassis eine starke Vorstellung hingelegt. Der Yamaha-Pilot lag bald in Führung und schien einem sicheren Sieg entgegen zu fahren, als sein Motorrad acht Runden vor Schluss den Geist aufgab. Unmittelbar nach dem Rennen konnte niemand im Team genau sagen, was das Problem gewesen war. Ein Problem ist aber offensichtlich: Rossi hat von bisher fünf Läufen nur zwei beendet, die Titelverteidigung wird immer unwahrscheinlicher. Obwohl Melandri warnte: "Das war wieder der alte Dottore. Ohne das Problem von Valentino wäre ein Sieg für mich außer Reichweite gewesen."

Wetterbedingt hatten die Reifen auf dem engen Bugatti-Kurs entscheidenden Anteil. "Gottseidank hat man mir zu einem harten Hinterreifen geraten", sagte Melandri, der gemeinsam mit Loris Capirossi bei 79 WM-Punkten hält und nur noch vier Zähler hinter WM-Leader Nicky Hayden (wurde nur 5.) liegt.

Die Reifen waren auch spielentscheidend in der 125er-Klasse. Der auf Intermediates gestartete KTM-Pilot Mika Kallio lag in Führung, als er auf auftrocknender Piste immer mehr zurücknehmen musste. So feierte Weltmeister Tom Lüthi (Honda) etwas überraschend seinen ersten Saisonsieg und profitierte dabei von einem Blackout des WM-Leaders Alvaro Bautista in der letzten Runde. Das ermöglichte auch Kallio Platz zwei und die Reduzierung des Rückstandes auf den letztlich viertplatzierten Bautista auf 21 Punkte. Pech hatte der Österreicher Michael Ranseder, der als 16. einen WM-Punkt hauchdünn verfehlte.

Eine Premiere gab es in der 250er-Klasse, in der der Japaner Yuki Takahashi vor dem Italiener Andrea Dovizioso seinen ersten GP-Sieg überhaupt feierte. KTM-Pilot Hiroshi Ayoama wurde hinter seinem um drei Jahre jüngeren Bruder Shuhei (21/Honda) Vierter. In der WM führt weiter Dovizioso.

Ergebnisse vom Motorrad-Grand-Prix von Frankreich in Le Mans:
125 ccm (24 Runden):
1. Tom Lüthi (SUI) Honda 42:54,555 Minuten
2. Mika Kallio (FIN) KTM +3,380 Sekunden
3. Fabrizio Lai (ITA) Honda +9,807
4. Alvaro Bautista (ESP) Aprilia +10,789
5. Pablo Nieto (ESP) Aprilia +14,850
6. Raffaele de Rosa (ITA) Aprilia +17,226
weiter:
12. Julian Simon (ESP) KTM +30,815
16. Michael Ranseder (AUT) KTM +39,061
18. Stefan Bradl (GER) KTM +45,717

WM-Stand (nach 5 von 16 Rennen):
1. Bautista 99 Punkte
2. Kallio 78
3. Hector Faubel (ESP) Aprilia 56
4. Gadea 54

250 ccm (26 Runden):
1. Yuki Takahashi (JPN) Honda 43:42,773 Minuten
2. Andrea Dovizioso (ITA) Honda +0,098 Sekunden
3. Shuhei Aoyama (JPN) Honda +2,215
4. Hiroshi Aoyama (JPN) KTM +2,484
5. Alex de Angelis (SMR) Aprilia +11,270
6. Roberto Locatelli (ITA) Aprilia +43:57,370
weiter:
17. Manuel Poggali (ITA) KTM +57,241

WM-Stand
1. Dovizioso 92
2. Barbera 78
3. Hiroshi Aoyama 75
4. Takahashi 67

MotoGP (28 Runden):
1. Marco Melandri (ITA) Honda 44:57,369 Minuten
2. Loris Capirossi (ITA) Ducati +1,929 Sekunden
3. Dani Pedrosa (ESP) Honda +2,269
4. Casey Stoner (AUS) Honda +5,494
5. Nicky Hayden (USA) Honda +5,709
6. Colin Edwards (USA) Yamaha +11,519

WM-Stand (nach 5 von 17 Rennen):
1. Hayden 83
2. Melandri 79
3. Capirossi 79
4. Pedrosa 73
5. Stoner 65
6. Edwards 45
weiter:
8. Valentino Rossi (ITA)

(apa)