Krise um N-Koreas Atomwaffenprogramm:
Wie alles Anfang der 90er Jahre begann

Sechs-Staaten-Gespräche begannen vor vier Jahren

Die Krise des nord-koreanischen Atomwaffenprogramm begann in den frühen 1990er Jahren. Wie sich diese entwickelte, lesen Sie hier in einem chronologischen Überblick:

1993 - Die Internationale Atomenergiebehörde verdächtigt Nordkorea des Verstoßes gegen den Atomsperrvertrag.

1994 - Nordkorea verweigert Inspektionen und kündigt Rückzug vom Atomsperrvertrag an. Nach Vermittlung des Ex-US-Präsidenten Jimmy Carter einigen sich die USA und Nordkorea auf ein Abkommen zum Einfrieren des Atomprogramms im Gegenzug für Energielieferung und den Bau von zwei Leichtwasserreaktoren.

2002 - Die USA konfrontieren Nordkorea mit Hinweisen auf Bemühungen um den Aufbau eines Urananreicherungsprogramm. Im Verlauf des Streits weist Nordkorea im Dezember die Atominspektoren aus.

2003 - Nordkorea zieht sich im Jänner vom Atomwaffensperrvertrag zurück. Im August beginnen die Sechs-Länder-Gespräche zwischen Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland.

2005 - Sechser-Runde einigt sich im September auf eine gemeinsame Erklärung. Nordkorea ist grundsätzlich zum Verzicht auf sein Atomprogramm bereit. Der Streit über Finanzsanktionen der USA stellt die Vereinbarung aber sofort wieder infrage.

2006 - Nordkorea unternimmt im Juli Raketentests. Im Oktober folgt der erste Atomwaffenversuch. Der UNO-Sicherheitsrat verhängt Sanktionen. Im Dezember kehrt Nordkorea zu den Sechser-Gesprächen zurück.

2007 - Einigung im Februar auf Schließung der Atomanlagen in Yongbyon mit dem Ziel, letztlich das Atomwaffenprogramm einzustellen im Gegenzug für Energie- und Wirtschaftshilfen, Sicherheitsgarantien und eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA. Im Juli fährt Nordkorea seinen umstrittenen Atomkomplex in Yongbyon herunter und lässt erstmals wieder Inspektoren ins Land.

(apa)