Kriminelle Politik von

Neuer Korruptionsfall

Österreichischer Diplomat soll an Taten eines Hochstaplers beteiligt gewesen sein

Kriminelle Politik - Neuer Korruptionsfall © Bild: Corbis

Ein österreichischer Diplomat ist laut unbestätigten Berichten in einem Fall von "Betrug, Korruption und Schlepperei" ins "Visier der Justiz" geraten. Bei dem Fall geht es an sich um Straftaten des syrischen Staatsbürgers Mohamadziad Naim Al Kawadri, hieß es. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittle aber auch gegen den österreichischen Konsul in Abu Dhabi, Gerhard Dedic.

Kawadri ist laut "Kurier" eine Schlüsselfigur beim illegalen Handel mit Visa und bei Schlepperei-Delikten in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Syrer sei von dem österreichischen Konsul als Anwalt empfohlen worden, so der Bericht unter Berufung auf Betroffene. Tatsächlich handle es sich bei Kawadri um einen Hochstapler, der fälschlicherweise als Jurist in Erscheinung trete. Kawadri nütze die Empfehlungen westlicher Diplomaten, um seine kriminellen Aktivitäten zu decken.

So erschwindle er sich Generalvollmachten ausländischer Geschäftsleute, in deren Liegenschaften er dann Schwarzarbeiterinnen aus Asien unterbringe, heißt es in dem Bericht mit Verweis auf die österreichische Anwältin Ingvild Moritsch, die in den Emiraten ansässig ist. "Durch Lügen und Fälschungen stellt Kawadri die Anzeigensteller dann als Kriminelle dar. Einige seiner Opfer mussten ins Gefängnis", so Moritsch.

Schlepperei-Vorwürfe
Die Vorwürfe gegen Dedic sollen laut dem "Kurier"-Bericht mit denen gegen den deutschen Vize-Konsul in Dubai, Martin T., in Zusammenhang stehen. Dieser war laut der "Berliner Morgenpost" Ende Mai am Flughafen Berlin-Tegel wegen Schlepperei-Vorwürfen verhaftet worden. Demnach soll der Diplomat gemeinsam mit einem afghanischen Komplizen über Scheinfirmen Afghanen Arbeitsbewilligungen besorgt und sie nach Deutschland gebracht haben.

Auf Anfrage bestätigte das Außenministerium, dass Kawadri von der österreichischen Botschaft zuvor als Übersetzer und als Anwalts-Substitut vor Gerichten in Abu Dhabi empfohlen worden sei, nicht jedoch als Anwalt. Das Außenministerium sei im Juni vom Verein Saubere Hände (www.saubere-haende.org) auf die Vorwürfe gegen Kawadri aufmerksam gemacht geworden.

"Als wir von Unregelmäßigkeiten hörten, haben wir den Kontakt zu ihm abgebrochen", sagte Außenamts-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Weiters habe man eine interne Prüfung des Falles angestrengt. Der österreichische Konsul Dedic befinde sich weiterhin im Dienst. In welchen konkreten Punkten gegen ihn ermittelt werden soll, war vorerst nicht in Erfahrung zu bringen. Die Staatsanwaltschaft war vorerst nicht erreichbar.