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Wenn Kriminalfälle verfilmt werden

Von "3096 Tage" bis zur "Gottesanbeterin": Etliche echte Fälle für Leinwand adaptiert

 Film "3096 Tage" © Bild: JOERG CARSTENSEN/APA/EPA/picturedesk.com

Der Film "3096 Tage" hat den Fall von Natascha Kampusch auf die Leinwand gebracht. Die Britin Antonia Campbell-Hughes schlüpfte dafür in die Rolle des Opfers, das von Wolfgang Priklopil, gespielt vom Dänen Thure Lindhardt, entführt und festgehalten wird. Der Kriminalfall gehört zu den bekanntesten, die sich auf österreichischem Boden zugetragen haben. Aber er ist nicht der einzige, der für die Leinwand aufbereitet wurde.

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"Gottesanbeterin" Elfriede Blauensteiner

Der Film "Die Gottesanbeterin" basiert auf der Biografie der österreichischen Serienmörderin Elfriede Blauensteiner. Die spielsüchtige Wienerin gab sich als Pflegerin aus, brachte ihre Patienten dazu, ihr Haus und Hof zu vererben und vergiftete sie mit einem tödlichen Medikamentenmix. Die Dreifachmörderin, von den Medien "die Schwarze Witwe" genannt, lieferte vor Gericht ihren noch heute legendären Auftritt: Mit goldenem Kreuz in der hochgestreckten Hand beteuerte sie vor dem Richter: "Ich wasche meine Hände in Unschuld. Ich würde niemals töten". In "Die Gottesanbeterin" schlüpfte Christiane Hörbiger 2001 in die Rolle der Giftmischerin. Regie führte Paul Harather, der die Geschichte als schwarze Komödie inszenierte. Die echte Elfriede Blauensteiner starb im Alter von 72 Jahren in der Justizanstalt Schwarzau.

Markovics als "Franz Fuchs"

In der TV-Spielfilm-Doku "Franz Fuchs - Ein Patriot" schlüpfte Karl Markovics 2007 in die Rolle des Briefbombers Franz Fuchs. Der Steirer verübte in den Jahren 1993 bis 1997 Anschläge, bei denen vier Menschen getötet und 15 zum Teil schwer verletzt wurden. Unter seinen Adressaten waren auch Prominente wie der Wiener Bürgermeister Helmut Zilk, die TV-Moderatorin Arabella Kiesbauer und der ehemalige Caritas-Präsident Helmut Schüller. Fuchs sah sich selbst als Patriot. Der Film von Regisseurin Elisabeth Scharang wurde an Originalschauplätzen gedreht, Markovics für seine Darstellung des Franz Fuchs für einen Emmy Award nominiert.

"Michael" als Anlehnung an Fall Kampusch

Eine Anlehnung an das Thema "Kampusch" gab es bereits 2011. Der Film "Michael", das Debüt des österreichischen Regisseurs Markus Schleinzer, erzählt die Geschichte eines Versicherungsangestellten, der einen zehnjährigen Jungen im Keller seines Hauses festhält und missbraucht. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Täters erzählt und lief in Cannes im Wettbewerb. Ausgezeichnet wurde der Film unter anderem mit dem Wiener Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm.

Bankraub aus 1980er Jahren verfilmt

Die österreichisch-deutsche Filmproduktion "Der Räuber" (2010) von Regisseur Benjamin Heisenberg basiert auf dem gleichnamigen Buch von Martin Prinz. Der Film dreht sich um den 1980er-Kriminalfall des Niederösterreichischen Bankräubers Johann Kastenberger, der seine Raubzüge mit Pumpgun und Ronald-Reagan-Maske verübte und deshalb den Spitznamen Pumpgun-Ronnie erhielt. Aus dem Jahr 1993 stammt der Film "Der Fall Lucona" von Regisseur Jack Gold, eine Anlehnung an die Geschichte des Gesellschaftslieblings Udo Proksch, der wegen sechsfachen Mordes, sechsfachen Mordversuchs, Gefährdung durch Sprengmittel und versuchten schweren Betrugs 1992 vor Gericht "lebenslänglich" bekam, 15 Jahre nach der Versenkung der Lucona im Indischen Ozean. Proksch starb 2001 in der Strafanstalt Graz-Karlau nach einer Herztransplantation.

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