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Schüsse auf der Krim

Angriff auf Militärbasis. Russland übernimmt offiziell militärische Kontrolle.

Krim-Krise © Bild: imago/ITAR-TASS

Bewaffnete mit gepanzerten Fahrzeugen haben am Samstag eine ukrainische Luftwaffenbasis auf der Krim gestürmt. Ein Fahrzeug durchbrach das Tor des Militärstützpunktes Belbek in der Nähe von Sewastopol, wo die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist. Daraufhin stürmten Bewaffnete auf das Gelände, feuerten Schüsse in die Luft und hielten ukrainische Soldaten mit automatischen Gewehren in Schach.

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Der Befehlshaber der ukrainischen Militärbasis Belbek erklärt, er werde von den russischen Truppen abgeführt, um Gespräche zu führen. Zuvor sei mindestens ein Ukrainer verletzt worden. Zuvor hatten rund 200 prorussische Demonstranten eine ukrainische Luftwaffenbasis in Nowofedorowka im Westen der Krim gestürmt. Ukrainische Militärangehörige verbarrikadierten sich zunächst in den Gebäuden der Basis, gaben nach Verhandlungen mit russischen Truppen aber dann auf und verließen die Basis.

Einziges ukrainisches U-Boot gewaltsam übernommen

Nach dem Anschluss der Krim gingen russische Soldaten am Samstag weiter gegen ukrainische Militärbasen auf der Halbinsel vor: Laut Verteidigungsministerium in Moskau kontrolliere man einen Großteil der Kasernen und der Flotte. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon stellte sich in Kiew demonstrativ an die Seite der Ukraine. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte weitere Hilfe zu.

Nach ukrainischen Angaben harren Soldaten noch in mindestens zwei Stützpunkten aus. In einem Fall sei ein "Sturm" unbewaffneter prorussischer Kräfte auch mit Blendgranaten abgewehrt worden, berichtete der örtliche Armeesprecher Wladislaw Selesnjow auf Facebook. Den Soldaten in der anderen Basis sei ein Ultimatum gestellt worden. Zuvor hatten russische Truppen das einzige ukrainische U-Boot gewaltsam übernommen und den Luftwaffenstützpunkt Belek umstellt sowie die dortigen ukrainischen Soldaten des 204. Jagdfliegerregiments aufgefordert, sich zu ergeben.

Insgesamt weht die russische Fahne nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums mittlerweile über 147 ukrainischen Militäreinrichtungen. Außerdem habe die Schwarzmeerflotte 54 von insgesamt 67 ukrainischen Schiffen sowie das einzige ukrainische U-Boot in ihren Besitz gebracht. Weniger als 2.000 der mehr als 18.000 ukrainischen Soldaten wollten die Krim verlassen, hieß es in Moskau.

OSZE entsendet Beobachter in Ukraine

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) entsandte am Samstag ein erstes Team mit 40 internationalen Beobachtern in die Ukraine. Moskau hatte am Freitag seinen Widerstand aufgegeben, der Ständige Rat der OSZE billigte die Mission mit der Stimme Russlands. Die Beobachter sollen Informationen über die Sicherheitslage und den Schutz von Minderheiten in der Ukraine sammeln. Auf die Krim dürfen sie jedoch vorerst nicht.

Damit werden aus Sicht Russlands die "neuen politisch-juristischen Realitäten" anerkannt. Das OSZE-Mandat gelte nicht für die Republik Krim und die Stadt Sewastopol, die ein Teil Russlands seien, betonte das Außenministerium am Samstag. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA verurteilen den Anschluss als völkerrechtswidrig. Die Ukraine beharrt weiter darauf, dass die Schwarzmeerhalbinsel zu ihrem Staatsgebiet gehört.

Bis zu 500 Beobachter

Anfangs werden der Mission rund 100 Beobachter angehören, es können aber bis zu 500 entsandt werden. Deutschland hatte in Aussicht gestellt, sich mit bis zu 20 Experten zu beteiligen.

"Russland hofft, dass die objektive und unabhängige Arbeit der internationalen Beobachter helfen wird, die innerukrainische Krise zu lösen", erklärte das Außenministerium. "Nationalistisches Banditentum" und "ultraradikale Tendenzen" dürften sich nicht weiter ausdehnen. Moskau begründet sein Vorgehen in der Ex-Sowjetrepublik mit dem Schutz der russischsprachigen Bevölkerung im Süden und Osten vor "Faschisten" aus der Westukraine.

UN-Generalsekretär Ban sicherte der Ukraine seine Solidarität zu. "Das ukrainische Volk durchlebt derzeit ein Trauma, das kein Land durchmachen sollte", sagte er bei einem Treffen mit Regierungschef Arseni Jazenjuk in Kiew. Er zeigte sich überzeugt, dass die Ukraine die Krise mit der Hilfe der internationalen Gemeinschaft überwinden könne. Das am Freitag abgeschlossene Assoziierungsabkommen zur politischen Zusammenarbeit mit der EU sei "ein sehr gutes Zeichen, das eine unabhängige Entscheidung Ihres Landes verkörpert".

Steinmeier warnt vor Spaltung Europas

Der deutsche Außenminister Steinmeier kritisierte bei einem Besuch in Kiew, die Krim-Krise habe die Gefahr einer neuen Spaltung Europas heraufbeschworen. "Wir treffen uns heute hier, weil wir wissen, dass die Situation immer noch dramatisch ist", sagte er nach einem Treffen mit Jazenjuk. Der Regierungschef bat die EU auch um Zusammenarbeit im militärtechnischen Bereich. "Wir müssen die ukrainischen Streitkräfte neu umrüsten und verstärken", sagte er laut Übersetzung.

Steinmeier wollte anschließend nach Donezk im überwiegend russischsprachigen Osten der Ukraine weiterreisen. In der Industriestadt hatte es prorussische Demonstrationen gegeben, bei denen mindestens ein Mensch ums Leben kam. Die ukrainische Regierung und der Westen befürchten, dass Russland auch auf dieses Gebiet Anspruch erheben könnte. Präsident Wladimir Putin hat allerdings erklärt, dass er sich mit dem Anschluss der Krim zufriedengeben wolle.

Russland droht der EU

Nach den Sanktionen der Europäischen Union gegen russische Politiker drohte Moskau mit einer "angemessenen Antwort". Russland halte sich solch ein Recht selbstverständlich vor, sagte Außenministeriumssprecher Alexander Lukaschewitsch. Er forderte, zu "pragmatischer Zusammenarbeit" zurückzukehren, die allen Ländern diene. Wegen des umstrittenen Anschlusses der Krim hatte die EU Kontensperrungen und Einreiseverbote gegen ranghohe russische Politiker verhängt.

Kommentare

Andreas Schafzahl

derpradler hat Recht. Schaut euch mal unabhängige Nachrichten an. https://www.youtube.com/watch?v=PwtmezqZltI

derpradler

Endlich können die Deutschen wieder mit Rechtskaikalen im Gleichschritt gehen! Die Ukrainischen Hitlerparteien werden von der EU hofiert, was für eine Sauerei!

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