Kreuzfahrtschiff in Alaska leck geschlagen:
Alle 248 Passagiere bereits in Sicherheit

Schaufelraddampfer rammte Felsen 8 km vor Küste "Empress" kann wieder aus eigener Kraft navigieren

Kreuzfahrtschiff in Alaska leck geschlagen:
Alle 248 Passagiere bereits in Sicherheit

SOS im eiskalten Wasser der "Icy Strait" vor Alaska: Montag früh, zwei Stunden nach Mitternacht, rammte das Kreuzfahrtschiff "Empress of the North" im seichten Küstenwasser ein felsiges Riff. Der Schaufelraddampfer schlug leck. Als immer mehr Wasser in den Rumpf eindrang, fand die Schiffsreise zwei Tage nach Beginn ein jähes Ende. Alle 248 Passagiere mussten bei aufgewühlter See, einer kräftigen Brise und Dunkelheit in Sicherheit gebracht werden.

Die Passagiere und 33 Mitglieder der Crew hatten Glück: Das 110 Meter lange und vier Deck hohe Schiff geriet zwar etwas aus der Balance, sank aber nicht. In dem eiskalten Wasser vor Alaska hätte niemand länger als eine Stunde überleben können, sagt Kevin Sareault von der US-Küstenwache.

Als der SOS-Ruf kam, eilten sofort mehr als 50 Boote der Küstenwache und aus nahe gelegenen Fischerdörfern zu Hilfe. Die Evakuierung sei sehr diszipliniert verlaufen, sagte Mark Guillory von der Küstenwache. Die 248 Passagiere seien an Bord der anderen Schiffe gebracht und dann in das 90 Kilometer entfernte Juneau transportiert worden.

Die Ursache des Unglücks ist nach den Worten von Guillory völlig unklar. "Die Route ist ziemliche Routine", sagt er. Auch Kreuzfahrtschiffe anderer Linien verkehrten regelmäßig durch die "Icy Strait". Allerdings: Die Gewässer seien in Ufernähe oft tückisch, weil sich Felsen, Riffe und kleine Inseln wie eine Kette aneinander reihten, sagte Guillory dem US-Nachrichtensender CNN.

Die "Empress" war nach den Worten von Unternehmenssprecher Dan Miller erst am Samstag in Juneau, der Hauptstadt von Alaska, zu einer sieben Tage langen Rundreise aufgebrochen. Der einzige Schaufelraddampfer, der nach Angaben der "Majestic America Line" vor Alaska verkehrt, erfreut sich vor allem bei Senioren großer Beliebtheit.

Die Schiffseigner werben vor allem mit dem Ambiente der 112 Kabinen und Gänge auf den vier Decks: Dekor im russischen Stil des 19. Jahrhunderts, Galerien mit russischer Kunst sowie amerikanischen Naturgemälden und Indianermasken. Dazu große Fenster, um den Blick auf die Naturschönheiten Alaskas in vollen Zügen genießen zu können.

Der kräftige Stoß beim Auflaufen auf den Felsen riss dann Passagiere wie Crew gleichermaßen aus dem Schlaf und der Idylle. Während die Gäste in Sicherheit gebracht wurden, blieben die 33 Mitglieder der Besatzung an Bord. Noch vor Morgengrauen war es nach Angaben von Unternehmenssprecher Miller gelungen, das Wasser aus dem Rumpf heraus zu pumpen. Das Schiff habe damit wieder stabilisiert werden können.

Nachdem die Energieversorgung auf dem Kreuzfahrtschiff wieder funktionierte, konnte die "Empress" aus eigener Kraft navigieren und den nächsten Hafen anlaufen. Dort sollen sowohl der Schaden als auch die Unglücksursache geklärt werden.

(apa/red)