Kreml-Kritiker zu 13,5 Jahren verurteilt: Chodorkowski vermutlich bis 2017 in Haft

47-Jähriger sitzt wegen Öl-Diebstahl und Geldwäsche Selbes Strafmaß für Geschäftspartner Lebedew<br>Deutsche Bundeskanzlerin ortet "politische Motive"

Kreml-Kritiker zu 13,5 Jahren verurteilt: Chodorkowski vermutlich bis 2017 in Haft © Bild: Reuters/Makeyeva

Der inhaftierte Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski ist in einem international umstrittenen zweiten Prozess zu dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das meldete die Agentur Interfax aus dem Gerichtssaal in Moskau. Während Interfaxvon einer 13,5-jährigen Haftstrafe sprach, berichteten andere Quellen von einer Verurteilung zu insgesamt 14 Jahren Gefängnis.

Das Moskauer Gericht verurteilte den 47-Jährigen zusammen mit seinem mitangeklagten Geschäftspartner Platon Lebedew wegen des Diebstahls von Millionen Tonnen Öl sowie Geldwäsche. Lebedew erhielt dasselbe Strafmaß.

In einem ersten Prozess waren beide bereits wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt worden, die im kommenden Jahr abgelaufen wäre.

Die erste Strafe von acht Jahren werde auf die Haftdauer angerechnet, urteilte Richter Viktor Danilkin in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Damit bleibt der Gegner von Regierungschef Wladimir Putin vermutlich bis 2017 in Haft.

Merkel wittert politische Motive
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht politische Absichten hinter dem Urteil gegen Chodorkowski: "Es bleibt der Eindruck, dass politische Motive bei diesem Verfahren eine Rolle gespielt haben. Dies widerspricht Russlands immer wieder geäußerte Absicht, den Weg zur vollen Rechtstaatlichkeit einzuschlagen." Sie sei enttäuscht über das Urteil und das harte Strafmaß, sagte die CDU-Chefin.

(apa/red)

Kommentare

christian95 melden

NÖ und Rußland: In Rußland bekommt man 13,5 Jahre Haft, in NÖ darf man in seinem Haus nicht mehr wohnen.
Weil ein Familienvater seine Baugründe nicht spottbillig an den Freund des Bürgermeisters verkauft hat, sondern sie für seine Kinder wollte, verschwanden immer mehr Unterlagen aus dem Bauakt auf der Gemeinde über sein Haus. Der Bürgermeister verlangte immer neue sogenannte Bauverhandlungen. Auf einmal war das Haus "unbewohnbar". Der Bezirkshauptmann, zufällig der Schulfreund vom Bürgermeister, bestätigte die rechtskonforme Vorgangsweise des Bürgermeisters. Beschwerden an der ÖVP Landeshauptmann wurden "wegen rechtlicher und sachlicher Zuständigkeit" an den Bezirkshauptmann überwiesen. Diesere durfte sich selst überprüfen......
Das politische System in Rußland und NÖ haben Ähnlichkeiten.

christian95 melden

Es war einmal in einem schwarzen Land, wahrscheinlich Afrika, da genossen einige politische Freunde ungeahnte Privilegien. Sie durften z.B. ihre Fahrzeuge abstellen wo sie wollten, durften sich bis zur Bewustlosigkeit besaufen und wussten genau, - es gibt keine Kontrollen. Ein Polizist sagte sogar: "Es ist vereinbart, da dürfen wir nicht kontrollieren"! Sonst beschwert sich der schwarze Dorfhäupling beim schwarzen Landeshäuptling und danach können wir lange auf eine Beförderung warten. Wenig später wurde energisch dementiert so etwas je gesagt zu haben....... Trotzdem machen die Freunderl weiter wie bisher. - Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.

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Re: NÖ und Rußland: ja der blade und der glatzköpfige aus dem dorfclan san zum speiben :-)

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