Krebssterblichkeit in Österreich um 25% gesenkt: Mehrere Faktoren verantwortlich

Ziel: Nebenwirkungsfreie Heilung der Erkrankung

Die Krebssterblichkeit in Österreich konnte in den vergangenen Jahren um 25 Prozent gesenkt werden. Diese Bilanz zog der Leiter des Instituts für Krebsforschung (IKF) in Wien, Universitätsprofessor Michael Micksche in einem Vortrag über neueste Trends der Krebstherapie.

Gelungen sei die Verringerung der Krebssterblichkeit durch eine Kombination der Anstrengungen in verschiedenen Bereichen, unter anderem durch neue Chemotherapeutika mit kürzeren Einwirkungszeiten und geringeren Nebenwirkungen sowie Methoden zum Schutz von gesundem Gewebe bei Chemo- und Strahlentherapie. Dazu kam psychosoziale Beratung und Lebenshilfe für Betroffene und Angehörige, wie sie von der Krebshilfe angeboten wird. Wesentlich zum Rückgang der Krebs-Sterblichkeit beigetragen haben laut Micksche auch die Appelle der Österreichischen Krebshilfe an das Vorsorgebewusstsein der Österreicher.

Das IKF gehört zur Klinik Klinik für Innere Medizin I am Allgemeinen Krankenhaus und der Medizinischen Universität Wien. Micksche und seine Mitarbeiter arbeiten an einer Vielzahl von Fragestellungen zur Krebsentstehung sowie Wachstum und Ausbreitung von Krebszellen.

Forschungsziel sei die nebenwirkungsfreie Heilung der Krebserkrankung. Ein Weg dorthin ist laut Micksche die Suche nach der "Achillesferse" der Krebszellen. Die Entschlüsselung von Genen habe dafür neue Erkenntnisse gebracht. Es gehe um den Unterschied zwischen "normalen" und Krebszellen. Bei letzteren sei der Verlust von wesentlichen Kontrollfunktionen festzustellen. Sie seien autonom, unsterblich, unendlich teilbar, könnten sich selbst Wachstumssignale geben und stellten ihre eigene Blutbildung bereit.

In einer zielgerichteten Therapie könnte zuerst eine Chemotherapie zur Verringerung des Tumors angewendet werden. Danach könnten gezielt auf die Charakteristik der Krebszellen ausgerichtete Antikörper die restlichen Zellen angreifen und ihren Tod bewirken, schilderte Micksche die Möglichkeiten.

Dem Schwerpunktthema Krebs war in Geinberg auch ein "onkologischer Nachmittag" gewidmet: Ein Krebspatient berichtete aus der Sicht eines Betroffenen, eine Krankenschwester darüber, was ein Krebspatient bei der Pflege braucht. Weiters präsentierten eine klinische Psychologin und ein Physiotherapeut ihre Möglichkeiten zur Stärkung von Lebensmut und -Qualität bei Krebspatienten. (apa/red)