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Impfung gegen Hirntumor

Schweizer Forscher entwickeln Präparat gegen tödlichste Form des Gehirntumors

Krebs - Impfung gegen Hirntumor © Bild: Corbis

Schweizer Forscher stehen möglicherweise knapp vor dem Durchbruch im Kampf gegen den aggressivsten Hirntumor überhaupt: Sie entwickelten einen Impfstoff, der das Immunsystem des Patienten dazu bringen soll, die Tumorzellen gezielt abzutöten. Das Präparat befindet sich gerade in der ersten klinischen Testphase.

Das sogenannte Glioblastom ist die häufigste und tödlichste Hirntumor-Form. Wenn sich der Tumor im Gehirn ausbreitet, verlieren die Patienten ihre Gefühle und Sinneswahrnehmungen oder können nicht mehr gehen, sprechen und schreiben. Sämtliche bisher entwickelte Therapien können gegen die Krankheit nicht viel ausrichten.

Die Studie des Teams um Pierre-Yves Dietrich an der Universität und am Universitätsspital Genf gibt Hoffnung. Im Fachmagazin "Brain" beschreiben die Forscher einen neuen, vielversprechenden Ansatz, um die Tumorzellen mit Hilfe des Immunsystems der Patienten zu bekämpfen.

Immunsystem auf Krebszellen abrichten
Die Zellen des Immunsystems durchkämmen unseren Körper pausenlos. Finden sie auf der Oberfläche einer Zelle ein unerwünschtes oder körperfremdes Molekül, töten sie die Zelle ab. Mit einer dosierten Abgabe solcher Moleküle, einer Impfung, kann das Immunsystem quasi auf die Zellen abgerichtet werden.

Dietrich und seine Kollegen haben nun auf der Oberfläche von Glioblastomzellen nach Molekülen gesucht, gegen die sich das Immunsystem richten lässt. Die Schwierigkeit: Um keinen Kollateralschaden anzurichten, dürfen die betreffenden Moleküle nur auf Krebszellen, nicht aber auf gesunden Zellen vorkommen.

Weil jede Zelle auf ihrer Oberfläche tausende bis zehntausende Moleküle hat, glich diese Suche jener nach einer Nadel im Heuhaufen. Schließlich fanden die Forscher zehn Oberflächen-Eiweiße, die nur oder vor allem auf Tumorzellen vorkommen.