Krawalle in Kopenhagen: 83 Jugendliche nach Randale von Polizei festgenommen

Vorwürfe gegen Polizei wegen brutalen Vorgehens Protest gegen Freikirche wegen Jugendzentrum-Abriss

83 Jugendliche, die meisten davon um die 15 Jahre alt, sind nach einer ausgearteten Protestaktion gegen den geplanten Abriss eines Jugendzentrums in Kopenhagen festgenommen worden. Die Polizei schritt ein, nachdem eine Gruppe Jugendlicher in das Gotteshaus der freikirchlichen "Faderhuset"-Gemeinde eingedrungen war und dort Möbel zu zertrümmern begann. Vertreter des Jugendzentrums warfen der Polizei bei deren Vorgehen unnötige Brutalität vor.

Die Freikirche hat das Gebäude des Kopenhagener Jugendzentrums vor einiger Zeit gekauft und plant nun, dieses abzureißen. Der Protestmarsch war zunächst friedlich verlaufen. Geplant war ein Konzert und die Gratis-Verteilung von Suppe, "um zu zeigen, gegen was für eine Kultur sich der Kreuzzug der Fundamentalisten richtet", sagte einer der Jugendaktivisten laut dänischer Nachrichtenagentur Ritzau.

Beim Einschreiten der Polizei sollen Jugendliche mit Schlagstöcken ins Gesicht geschlagen worden sein, ein Demonstrant wurde laut Medienberichten mit einem Knochenbruch ins Krankenhaus gebracht. Die Zeitung "Politiken" veröffentlichte auf ihrer Homepage ein Video, dass die Vorwürfe der Jugendlichen zu bekräftigen scheint. (apa)