Wien von

Krauss im Stadtschulrat:
Heftige Kritik an FPÖ

21-jähriger Jusstudent hat mit "Anti-Türken-Hetze" von sich reden gemacht

HC Strache © Bild: APA/Robert Jaeger

Die Nominierung des 21-jährigen Jusstudenten Maximilian Krauss zum neuen stellvertretenden Stadtschulratspräsidenten in Wien durch die FPÖ sorgte am Mittwoch für heftige Kritik bei den anderen Parteien. Die Wiener SPÖ sieht in der Entscheidung eine "Verunglimpfung des Amtes", SOS Mitmensch forderte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) auf, die Neubesetzung nicht zu vollziehen.

"Krauss ist aufgrund seiner Aussagen mit Sicherheit kein Vorbild für SchülerInnen", kritisierte Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, in einer Aussendung. Denn der 21-Jährige habe vor allem mit "Anti-Türken-Hetze" von sich reden gemacht. "Wir rufen Bürgermeister Michael Häupl dazu auf, die Bestellung von Maximilian Krauss abzulehnen und auf einen qualifizierten Kandidaten zu pochen", erklärte Pollak.

Die Präsidentin des Wiener Stadtschulrates, Susanne Brandsteidl (SPÖ), betonte dagegen in einer Aussendung vor allem, dass dem Vizepräsidenten keine Vertretungsbefugnis zukomme. Er habe gemäß Bundesschulaufsichtsgesetz "lediglich das Recht auf Akteneinsicht und Beratung". Sie wies ebenfalls darauf hin, dass der Nominierung noch eine formelle Bestellung durch den Landeshauptmann (Michael Häupl Anm.) nachfolgen müsse. "Im Amt des Vizepräsidenten kann keine Verhetzung und Ausländerfeindlichkeit geduldet werden", so Brandsteidl.

Wehsely: "Verunglimpfung des Amtes"

Als "puren Hohn und eine Verunglimpfung des Amtes" bezeichneten die SPÖ-Gemeinderatsabgeordneten Tanja Wehsely und Jürgen Czernohorzky die Bestellung von Krauss in einer Aussendung. Krauss habe sich bereits vor seiner Nominierung durch seine Diskriminierung von Schülern mit Migrationshintergrund für das Amt disqualifiziert.

Der Klubobmann der Wiener Grünen, David Ellensohn, kritisierte nicht nur Krauss, seine Mitgliedschaft bei einer schlagenden Burschenschaft sowie "unappetitliche und unqualifizierte Äußerungen", sondern auch das Proporzsystem im Schulwesen, das die Nominierung der Stadtschulratspräsidenten nach der Stärke der Parteien vorsehe. "Die proporzmäßige Aufteilung derart wichtiger Zukunftsressorts in ehemals rote und schwarze Einflussbereiche in Bund und Ländern muss der Vergangenheit angehören", so Ellensohn.

FPÖ "disqualifiziert Bildungsbereich"

"Mit der Nominierung von Krauss disqualifiziert sich die FPÖ endgültig im Bildungsbereich", befand Martina Wurzer, Bildungssprecherin der Wiener Grünen, in einer Aussendung. Denn Krauss sei bisher nur durch "krude Forderungen" aufgefallen. Sie forderte eine Rücknahme der Entscheidung durch die FPÖ.

Auch der Landesparteiobmann der Wiener ÖVP, Manfred Juraczka, konnte in der Nominierung von Krauss "kein besonders positives Zeichen" erkennen. Denn der Jusstudent habe seit Beginn seiner politischen Karriere "seine Kraft dafür verwendet, Ausgrenzung und Panikmache zu betreiben", meinte Juraczka.

Häupl will "ergebnisoffen" mit FPÖ sprechen

Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) möchte nun demnächst ein "ergebnisoffenes" Gespräch mit der FPÖ führen, hieß es am Mittwoch aus dem Büro des Bürgermeisters. Als Landeshauptmann Wiens ist Häupl für die formelle Berufung der Stadtschulratspräsidenten zuständig.

Er wolle sich nun einmal selbst ein Bild des Kandidaten machen, hieß es. "Befremdlich" finde der Bürgermeister vor allem auch die Art und Weise, wie die Nominierung über die Medien mitgeteilt worden sei. Auch darüber wolle er sich mit den Entscheidungsträgern in der FPÖ unterhalten.

Kickl verteidigt Entscheidung

Der Generalsekretär der FPÖ, Herbert Kickl, verteidigte dagegen in einer Aussendung die Entscheidung gegen die "reflexartigen Beißattacken der vereinten linken Jagdgesellschaft". Man habe mit der Nominierung wohl ins Schwarze getroffen und schon am ersten Tag frischen Wind in das verstaubte Amt gebracht. Die Kritik bezeichnete der Generalsekretär als "antidemokratisch" und "intolerant".

"Mit Maximilian Krauss haben nun auch die autochthonen, die gut integrierten und die integrationswilligen Wiener Schüler einen starken Interessenvertreter im Stadtschulrat sitzen", so Kickl. Er sei überzeugt, dass der 21-Jährige einen guten Job machen werde.

Kommentare

"Unseren Hass könnt ihr haben"
Hier sagt niemand etwas.
Was ist das für eine verkehrte Welt!

Anzeiger melden

Das Wort Türken-Hetze wurde niemals von Maximilian Kraus in den Mund genommen.
Das ist wieder mal eine Wortkreation eines Standard Redakteurs.
Ich hoffe das man endlich auf diese endlose Hetzjagd gegen eine demokratisch gewählte Partei bei den nächsten Wahlen reagiert.

Rumor13 melden

Die endlose Hetzjagd wird natürlich auch nach den nächsten Wahlen weitergehen.Weil Rot/Grün aus einem Wählerpotential schöpft das die Geburtenrate in die Höhe treibt und /oder schwer linkslastig gesteuert ist..Ob diese Wählerschaft dann rudimentär oder gar nicht deutsch spricht,ist diesen machtgeilen Figuren völlig egal.EInfach jeden Tag die "Nazi-Keule" auspacken und a Ruah is.Aber vielleicht gibt´s doch ein paar (auch junge) Wähler die endlich aufwachen und denen da oben beim nächsten Wahltag eine feste Watschn verpassen.

derpradler

Man sollte sich die letzten Demonstrationen weltweit ansehen und dann Staches "HETZE" darüber legen, dann käme man zu dem Schluß, so ganz Unrecht hatte Strache nicht!

RobOtter

Das ist also die Personaldecke der FPÖ? Na hoffentlich gewinnen die nicht wirklich mal eine Wahl....

Loonix melden

Werden jetzt wieder Bilder vom Adolf in den Klassen aufgehängt und mit 88 gegrüßt?

Anzeiger melden

Nein.die Kreuze werden wieder aufgehängt wo sie auch hingehören.
Und die Nazikeule ist schon längst veraltet.

Krauss ist Mitglied der schlagenden Burschenschaft "Aldania" und mit Aussagen wie "ausländische Schüler müssten von österreichischen separiert und reine Ausländerklassen geschaffen werden" zeigt er eindeutig das geistige Niveau der FPÖ.

Vasinix

Unschuldige Demonstranten ?? Wer hat diese denn hergekarrt ?? Soweit bekannt ÖH, Grüne und SPÖ. Also wenn diese Demonstrieren dann dürfen Sie Sachen beschädigen, Krawalle machen und Randalieren, etc.

unschuldige Demonstranten verurteilen und sowas frei herumlaufen lassen?! oh, wie schön Österreicher zu sein!

unschuldige Demonstranten werden hier verurteilt, die ärgste Faschisten laufen frei herum und kriegen fette Jobs. ich schäme mich, Österreicher zu sein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gelberdrache

I(ch habe immer geglaubt wir sind ein freies Land,wo jeder sagen kann was er will????Oder gilt das nur für Politiker

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