TV-Krimi von

Harald Krassnitzer
feiert seinen 40. "Tatort"

Die Arbeit mit Adele Neuhauser für ihn ein "besonderer Glücksfall"

TV-Krimi - Harald Krassnitzer
feiert seinen 40. "Tatort" © Bild: ORF/Hubert Mican

Wenn am 23. April (20.15 Uhr, ORF 2) die altbekannte "Tatort"-Titelmelodie erklingt, ermittelt Harald Krassnitzer zum 40. Mal als Moritz Eisner. Auf so viele Einsätze kam bisher noch kein österreichischer Kommissar. "Leg noch ein paar Runden dazu", sagte ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner am Montagabend bei einem Event anlässlich der Jubiläumsfolge mit den Titel "Wehrlos" zu Krassnitzer.

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Der angesichts des vielen Lobes auch ein wenig peinlich berührte Jubilar betonte, dass die erstaunliche Tatsache, nun den 40. Fall am Start zu haben, vor allem der Arbeit des gesamten Teams zu verdanken sei. Mit dem ORF habe man einen Sender an Bord, den "Mut zu heiklen Geschichten" und ein "hohes Bewusstsein für künstlerische Freiräume" auszeichnen. Das sei in der Medienlandschaft nicht selbstverständlich, strich Krassnitzer hervor, der 1998 für den Fall "Nie wieder Oper" erstmals vor der "Tatort"-Kamera stand und bereits wieder an einem neuen Fall mit dem Titel "Die Faust" (Ausstrahlung 2018) arbeitet. Zechner wiederum würdigte Krassnitzer als "aufrechten und unbeugsamen Menschen", dessen Werte auf die Figur des Moritz Eisner überstrahlen.

"Kongeniale Partnerin" für den "einsamen Wolf"

Als "besonderen Glücksfall" hob der 56-Jährige Schauspieler die nunmehr seit 16 Folgen bestehende Zusammenarbeit mit Adele Neuhauser vulgo Bibi Fellner hervor. In ihr habe der zuvor oft als "einsamer Wolf" durch Österreich streifende Kommissar eine "kongeniale Partnerin" gefunden. Ein offenes Buch sei Moritz Eisner aber auch nach jahrelanger gemeinsamer Ermittlungstätigkeit nicht: "In manchen Situation ist er noch ein Mysterium. Er kann auch gegen seine Natur arbeiten und ist oft noch eine Überraschung für mich", sagte Neuhauser zur APA. Für sie ist es jedenfalls "eine riesige Leistung von Harald Krassnitzer, dass er sich über so eine Strecke bewährt hat. Wir wissen ja, wie kurzlebig diese Branche ist."

Krassnitzer selbst sieht seine Rolle immer noch als "große Herausforderung", der er sich seit dem ersten Fall "mit großer Freude" stelle. Wirklich zu durchschauen sei Moritz Eisner auch für ihn selbst nach der 40. Folge noch nicht. "Ich weiß aber zumindest, wo seine Abgründe noch liegen würden", sagte der Schauspieler gegenüber der APA.

© ORF/Hubert Mican
»Im Zusammenhang mit der Bibi gibt es hier noch ein sehr offenes Feld«

Dementsprechend stünden auch noch viele spannende Fragen im Raum: Darunter etwa, wie der Kommissar mit zunehmendem Alter damit umgeht, dass er in seiner Karriere immer wieder seine Waffe ziehen musste. Die Auseinandersetzung damit, was vom Handeln Eisners bleibt, komme immer stärker auf die Figur zu. "Im Zusammenhang mit der Bibi gibt es hier noch ein sehr offenes Feld", so Krassnitzer, der durch die Langzeit-Partnerin angestoßen, eine gewisse Wandlung vom "Haudrauf" zum im richtigen Augenblick auch sehr sanften und ratlosen Charakter wahrnimmt. Fellner und Eisner seien jedenfalls "zu einem sehr guten Team gereift", so Neuhauser, die betonte, dass die beiden Schauspieler immer sehr dahinter waren, das Ermittler-Duo keine romantische Beziehung eingehen zu lassen.

Das bleibt folgerichtig auch im neuen Fall so, der aus der Feder von Uli Bree stammt und von "Tatort"-Regiedebütant Christopher Schier umgesetzt wurde. In "Wehrlos" ist der Fokus stark auf die Institution Polizei mit ihren grundverschiedenen Persönlichkeiten gerichtet. Es gehe zwar um das ungezügelte Ausleben von Macht, in ein "billiges Polizei-Bashing" und pauschales "Eintunken" verfalle man jedoch nicht, hielt Krassnitzer fest.

Erfolg ist "keine g'mahte Wiesn"

Dass sich das Austro-Duo nun schon so lange halte, sei "keine g'mahte Wiesn", erklärte ORF-Fernsehfilmchef Heinrich Mis. Der österreichische "Tatort" musste immer "performen", um eine Verlängerung zu erfahren. Der steigende Zuspruch seitens der Zuschauer habe nun erstmals in einen Vertrag über vier Jahre gemündet. Als wichtigen Erfolgsfaktor strich Mis Krassnitzer als "glaubwürdiges Zentralgestirn" in einem vielteiligen "Sternbild" hervor, das neben Neuhauser auch Thomas Stipsits, Hubert Kramar, Simon Schwarz und andere wiederkehrende Charaktere umfasst.

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