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Kranjska Gora: Damen-Riesentorlauf abgesagt

Enorme Neuschneemengen machen Rennen aus Sicherheitsgrunden unmöglich

Kransjka Gora © Bild: GEPA/Rodriguez Anchuelo

Der Damen-Weltcup-Riesentorlauf in Kranjska Gora ist wie befürchtet wetterbedingt abgesagt worden. Nach den enormen Neuschneemengen der vergangenen Tage stellten sich am Samstag Regen und schlechte Sicht als Spielverderber ein. Deshalb wurde das Rennen nach einer halbstündigen Verschiebung aus Sicherheitsgründen abgesagt. Um den Slalom am Sonntag wird gekämpft, die Temperaturen fallen.

Bis Samstag-Vormittag kämpften die Veranstalter, die die letzten Damenbewerbe vor den Olympischen Spielen in Sotschi von Maribor übernommen haben, um den Riesenslalom. Regen und Schneefall, dazu Nebel im oberen Teil der Strecke, leichter Wind und nicht optimal freigemachte Sturzräume machten letztlich das Risiko aber zu groß. "So ein Risiko will vor Olympia niemand eingehen", stellte auch ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum klar.

Damit wird der Olympia-Riesentorlauf am 18. Februar bei den Damen der erste im Jahr 2014 sein. Kurioser Weise hat der letzte Weltcupbewerb in dieser alpinen Kerndisziplin am 28. Dezember in Lienz (Siegerin Anna Fenninger) stattgefunden. Über sieben Wochen ohne Rennen ist eine nicht wirklich optimale Vorbereitung auf den Kampf um Edelmetall.

Zu wenig Sicht

"Das Wetter war aber eindeutig zu schlecht und die Sicht zu wenig für eine gute Durchführung. Unter diesen Umständen macht es keine Sinn", machte Kriechbaum klar, dass man sich die Absage-Entscheidung nicht leicht gemacht hatte. "Wenn die Piste nicht gut ist, muss zumindest die Sicht gut sein." Der Österreicher lobte die "extrem fleißigen" Veranstalter. "Sie haben sich sehr bemüht und enorme Schneemassen bewegt. Es ist sehr, sehr schade, dass sie das Rennen jetzt doch nicht haben."

Chance auf Slalom vorhanden

Die Chance, bei der Olympia-Generalprobe der Alpin-Damen in Slowenien am Sonntag wenigstens einen Slalom zu erleben, ist zumindest vorhanden. Die Piste sollte einfacher zu präparieren sein als für einen Riesenslalom. "Die Chancen sind sogar relativ hoch, weil die Temperaturen fallen", hoffte Kriechbaum, dessen Slalom-Spezialistinnen zuletzt auf der Reiteralm trainiert hatten. "Die Mädchen sind gut vorbereitet für den Slalom", versicherte Kriechbaum.

Schwere Anreise

Die Anreise war freilich auch am Samstag nicht unproblematisch. Wegen des weiträumigen Schneechaos hatte man am Freitag für eine 40-Minuten Strecke bis zu fünf Stunden benötigt. Marlies Schild kann auf dem Vitranc ihren bereits 36. Slalom-Weltcupsieg einfahren und ihre alleinige Führung in der Disziplinenwertung ausbauen. Sie würde damit auch verhindern, dass US-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin vorzeitig die Slalom-Kristalkugel gewinnt.

Die Amerikanerin hat nach fünf von acht Saisonslaloms 144 Punkte Vorsprung auf Frida Hansdotter (SWE) und 157 auf Schild. Shiffrin kann aber auch nach Olympia dafür sorgen, dass nach Schild (2007/2008 sowie 2011/2012) und Maria Riesch (2009/2010) zum vierten Mal in Folge eine Fahrerin ihre Slalomkugel erfolgreich verteidigt.

Damen begrüßen Absage

Auch die ÖSV-Damen begrüßten die Absage. "Wir wollten alle fahren, aber die Sicherheit der Athleten sollte in erster Linie im Mittelpunkt stehen", sagte Michaela Kirchgasser und bekam Unterstützung von Kathrin Zettel: "Die Absage war okay, es wäre zu gefährlich geworden."

Für den Slalom zeigten sich beide zuversichtlich. "Der letzte Slalom ist nicht so lange her wie letzter Riesen. Ich habe super Erinnerungen an hier vor zwei Jahren, das hilft. Der Hang taugt mir voll, die Form stimmt, die Motivation sowieso. Ich hoffe, wir können fahren", meinte Kirchgasser.

Zettel hatte zuletzt pausiert, um ihren Rücken zu schonen. "Das war auch für den Kopf gut", erklärte die Niederösterreicherin. "Ich hatte dann trotzdem einen lässigen Trainingstag und war zu meiner Verwunderung auch schnell", sagte Zettel. "Ich hoffe, ich kann das mitnehmen. Der Slalomhang hier ist echt lässig."

Zur Schneesituation meinte Zettel: "Die Anreise war nicht lustig, das ging aber eh allen gleich. So viel Schnee. Daheim vor dem Kachelofen ist das lässig. Wenn du aber bei dem Wetter unterwegs bist, ist es zäh." Kirchgasser scherzte: "Wunderschön, wenn man mal so viel Schnee sieht. Es ist aber auch typisch: Wenn man ihn braucht, ist er nicht da. Wenn er dann kommt, ist er lästig."

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