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Was ist mit den Bankomaten los?

Wolfgang Kralicek mit seinem Erklärungsversuch

Wolfgang Kralicek © Bild: NEWS

Für Geldsucher war Österreich lange Zeit ein Eldorado. Wer nicht flüssig war, konnte an jeder Ecke frische Scheine beheben. Die Bankomaten waren allgegenwärtig – und gratis. Während man in Deutschland nur bei Geldautomaten der eigenen Bank gebührenfrei abheben konnte, waren solche Schikanen hier nie ein Thema.

Die österreichischen Bankomaten waren Weltklasse. Offenbar war es den Banken ein echtes Anliegen, dass ordentlich Geld unter die Leute kommt. Umso merkwürdiger, dass diese Blütezeit vorbei ist. Im Zuge des epidemischen Bankfilialensterbens haben sich auch die Bankomaten rargemacht. Sogar in der Wiener City gibt es heute Gegenden, in denen man lange nach einem Bankomaten suchen kann. Die Filialen wurden geschlossen, weil die Banken schon fast alles, wofür man früher auf die Bank gehen musste, ins Internet ausgelagert hatten. Bares kann man sich aber immer noch nicht daheim ausdrucken.

Auch die neuen Maschinen sind ein Rückschritt. Manche stehen in Supermärkten und können nur zu den Geschäftszeiten benutzt werden – sinnlos, wann geht einem tagsüber schon das Geld aus? Andere Neugeräte sehen wie plumpe Attrappen aus, denen man seine Bankomatkarte nur zögerlich anvertrauen mag. Kein Zweifel: Der Bankomat ist ein Auslaufmodell.

Die Spielautomaten sind schon weg, Zigarettenautomaten wird es auch nicht mehr lange geben. Irgendwann werden logischerweise auch die Bankomaten Geschichte sein: Bargeld wird man dann ja keines mehr brauchen. Nostalgiker werden einer Zeit nachtrauern, in der das Geld noch aus der Wand kam.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: kralicek.wolfgang@news.at

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