Kräftige Kapitalerhöhung geplant: Kärnten
will Hypo Alpe-Adria-Anteile verkaufen

Haider beziffert Volumen mit 500 - 800 Millionen Euro "Wahnsinnige Idee": SPÖ & ÖVP zeigen sich entsetzt

Die Hypo Alpe-Adria-Bank plant eine kräftige Kapitalerhöhung. Wie der Kärntner Landeshauptmann Haider erklärte, wollen Land und Grazer Wechselseitige einen Teil ihrer Anteile abgeben. Das ins Auge gefasste Volumen bezifferte er mit 500 bis 800 Millionen Euro. Eine Reihe internationaler Investoren habe bereits Angebote gelegt, eine Entscheidung falle bis Ende Mai.

Am Börsegang der Bank werde festgehalten, unterstrich Haider. Die jetzige Kapitalerhöhung diene dazu, das Institut bis dahin noch werthaltiger zu machen. Das Eigenkapital soll um "200 bis 250 Millionen" erhöht werden. Zusätzlich sollen Land und Grazer Wechselseitige durch Anteilsverkäufe ebenfalls Bares lukrieren. Zehn bis zwölf Prozent der Landesanteile sollen verkauft werden, sagte Haider. "Damit bekommen wir auch einiges Geld in die Kasse, und das ist ja nichts Schlechtes."

Als Investoren wünscht sich Haider solche, die "an der Wertsteigerung partizipieren wollen, aber sich ins operative Geschäft nicht einmischen". Daher würde er auch das vorliegende Angebot der Texas Pacific Group "eher nicht annehmen". Es gebe aber auch ein Angebot von Finanzinvestoren unter Federführung der Londoner HSBC über eine Milliarde Euro. "Das gefällt mir besser", sagte Haider.

Den aktuellen Wert der Hypo Alpe-Adria-Gruppe bezifferte der Landeshauptmann mit rund 2,5 Mrd. Euro. Bis zum Börsegang solle er auf 3,0 bis 3,5 Mrd. Euro anwachsen. Genau in diesem Wertzuwachs liege auch der Gewinn für die Finanzinvestoren, wenn diese jetzt einstiegen. Jedenfalls würden Land und Grawe ihre gemeinsame Mehrheit an der Bank zumindest bis 2014 behalten. Damit sei auch gesichert, dass das Hauptsitz der Hypo in Klagenfurt bleibe.

Heftige Kritik von SPÖ und ÖVP
SPÖ-Chefin Gaby Schaunig forderte eine genaue Überprüfung der möglichen Auswirkungen, ÖVP-Obmann Josef Martinz zeigte sich "entsetzt" über die Verlautbarung von Verkaufsgesprächen. Beide kritisierten die Vorgangsweise von Haider, mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen.

Haider wolle offenbar jetzt möglichst viel Kapital in die Bank pumpen, um 2008 beim Börsegang groß zu kassieren, vermutet Schaunig. "Eine Perspektive darüber hinaus hat der Finanzreferent offensichtlich nicht."

Als "wahnsinnige Idee" bezeichnete Martinz die Pläne Haiders, vor dem Börsegang Landesanteile der Hypo zu verkaufen. "Das ist auf keinen Fall seriöse Wirtschaftspolitik", meinte der ÖVP-Obmann in einer Aussendung. Vor allem müsse der Landeshauptmann seinen dringenden Geldbedarf erklären. Gerade erst seien über den Zukunftsfonds 250 Mio. Euro langfristig gesichert, weitere 250 Mio. Euro für Projekte reserviert. Da stelle sich die Frage, wozu Haider jetzt schon wieder so dringend die Millionen brauche.

(apa/red)