Konzernchef von

Bestechungsvorwurf
gegen Mirko Kovats

Eine frühere A-Tec-Firma steht im Zentrum von Schmiergeld-Ermittlungen in Belgien

Mirko Kovats © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Vorwürfe, die im Raum stehen, sind massiv: Bestechung, Geldwäsche und sogar Bildung einer kriminellen Vereinigung. Seit 2008 ermittelt die belgische Justiz wegen einer Müllverbrennungsanlage in der Nähe von Lüttich. Ein Politiker und dessen Umfeld soll mit Millionen geschmiert worden sein, um die Vergabe des 140 Millionen Euro Auftrags zu beeinflussen, so der Verdacht. Wie News-Recherchen nun ergeben haben, hat diese Affäre längst auch Österreich erreicht.

Den Auftrag für den Bau der Müllverbrennungsanlage erhielt nämlich im Jahr 2006 die Firma Inova France SA. Diese war damals Teil des österreichischen A-Tec-Konzerns. Die belgischen Behörden sind bei ihren Ermittlungen auf verdächtige Auszahlungen der Inova France in Höhe von mehr als 13 Millionen Euro gestoßen. Belgischen Medienberichten zufolge soll ein einflussreicher Bürgermeister aus der Region, der schillernde Sozialist Alain Mathot, 722.000 Euro erhalten haben. In sein Umfeld sollen auch noch weitere Gelder geflossen sein.

Geständnis abgelegt

Ein verantwortlicher Manager der Inova France hat Ende 2011 gegenüber den Ermittlungsbehörden ein Geständnis abgelegt und dabei A-Tec-Konzernchef Mirko Kovats schwer belastet. Der Manager soll ausgesagt haben, Kovats habe eine von Mathot geforderte Zahlung von zwei Millionen Euro freigegeben. Die belgische Justiz bat Österreich 2012 bzw. 2013 um Rechtshilfe. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt bestätigte auf News-Anfrage, das Rechtshilfeansuchen in Bezug auf Kovats. In Vorarlberg wurden zudem Konten von Firmen geöffnet, über die verdächtige Zahlungsströme gelaufen sind.

Kovats bestreitet Vorwürfe

Kovats bestreitet sämtliche Vorwürfe. „Ich wusste von keiner Bestechung und hätte einer solchen nie zugestimmt – geschweige denn eine solche beauftragt“, betont der A-Tec-Chef. Die belastende Aussage des Ex-Inova-Managers bezeichnet Kovats als „Lüge“ und absoluten „Schwachsinn“. Möglicherweise wolle der Manager „von einer eigenen Bereicherung durch Kickbacks“ ablenken. Er selbst habe keine Gremium der Inova-Gruppe angehört.

Das Ermittlungsverfahren in Belgien ist nun in der heißen Phase. Eine Entscheidung über eine Anklageerhebung könnte bald bevorstehen. Zuvor müsste jedoch die parlamentarische Immunität von Bürgermeister Mathot aufgehoben werden. Dieser ist auch Abgeordneter. Mathot hat sämtliche Vorwürfe immer vehement bestritten. Er wirft der Justiz Befangenheit vor.

Kommentare

christian95 melden

Wer gut schmiert fährt gut, das wusste schon mein Urgroßvater als er mit dem Pferdefuhrwerk unterwegs war.

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Ja, wieso Haider über Nacht seine Meinung zu dem teuren Kriegsspielzeug geändert hat, weiß keiner. Auch nicht wo dann plötzlich die vielen Millionen für die Partei herkamen. War vielleicht auch so was wie part of the game oder so. Nichts genaues weiß man nicht.

christian95 melden

Stimmt 100%!
SPÖ+ÖVP verhindern seit Monaten eine Aufklärung. Zuerst blockieren sie einen Untersuchungsausschuss, nun schwärzen sie die Akten...

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SPÖ und ÖVP können keine Akten der FPÖ schwärzen. Wenn diese FPÖ wirklich so für Veränderung steht, dann soll sie mit guten Beispiel voran gehen, die Malversationen offen legen, das Geld zurück zahlen und zeigen daß sie ehrlich sind. So sind sie wie alle anderen, also kein Grund eine Änderung herbei zu reden.

christian95 melden

Ich denke auch, es ist die FPÖ in allen Ministerien die Akten schwärzen, es ist die FPÖ die bei der Finanzaufsicht oder Nationalbank das Sagen hat..... Wie geistig verbohrt muss man eigentlich sein um die Realität nicht erkennen zu wollen???

christian95 melden

Seit 1945 haben sich SPÖ+ÖVP den gesamten Staat gleich 10 x untereinander im Proporz aufgeteilt. Weiterhin versorgen sie ihre Parteigünstlinge in dem kleinen Land gleich 10 fach. Neben der EU produzieren sie weiterhin jedes Jahr auf zig 1.000 Seiten neuer Gesetze und Vorschriften die niemand mehr braucht. An diesem Zustand sind schuld:
A.) Der Hitler
B.) Die FPÖ
Ich glaub´s....

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Und wieso war dann die FPÖ in der Steiermark dagegen, als hier auf mutige Art und Weise begonnen wurde, die Verwaltung zu vereinfachen? Voves hat für richtige Arbeit seinen Job verloren, und die FPÖ hat damit gewonnen, daß sie ihre eigene Forderung kritisiert hat. Tolle Veränderung.

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P.S.: Wenn die FPÖ die Partei der Veränderung ist, soll sie hier mal gutem Beispiel voran gehen, und ohne Untersuchungsausschuss offen legen, was die Zustimmung zum Eurofighter Deal damals gekostet hat und das Geld zurück bezahlen. Das wäre anständig, das wäre Veränderung, das wäre moralisch und ethisch ein großer Schritt nach vorn. So eine Veränderungspartei wäre tatsächlich wählbar....

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