Koubek in Melbourne out: Österreicher hat
in Fünf-Satz-Krimi gegen Mathieu Nachsehen

Trotz 2:1-Satzführung und 3:0 im 4. und auch 5. Satz Damit alle Österreicher nach 3. Runde ausgeschieden

Koubek in Melbourne out: Österreicher hat
in Fünf-Satz-Krimi gegen Mathieu Nachsehen © Bild: AP/Brownbill

Ein unglaubliches Match, aber aus österreichischer Sicht mit dem falschen Sieger: Lediglich zwei Punkte haben einem über weite Strecken ausgezeichnet spielenden Stefan Koubek gefehlt, um das dritte Major-Achtelfinale seiner Karriere zu erreichen. Der 31-jährige Kärntner musste sich in der dritten Runde der Australian Open in Melbourne dem als Nummer 23 gesetzten Franzosen Paul-Henri Mathieu nach exakt 4 Stunden mit 6:4,6:7(4),6:2,5:7,6:8 beugen.

Achtelfinale bei den French Open 1999, Viertelfinale bei den Australian Open 2002 - doch aus dem Achtelfinale in Melbourne sechs Jahre später wurde nichts. Stefan Koubek gab eine 2:1-Satzführung noch aus der Hand, außerdem führte er im vierten und fünften Satz jeweils bereits mit 3:0. Selbst 18 Asse nützten dem ÖTV-Davis-Cup-Spieler nicht, um sich das erhoffte Achtelfinal-Duell mit Rafael Nadal (ESP-2) zu ermöglichen. Bei 6:5 im fünften Satz, Aufschlag Mathieu, egalisierte Koubek ein 40:15 zum Einstand, doch näher als jene zwei Punkte, kam er dem Sieg nicht mehr.

"Es ist schade, natürlich, aber ich weiß, dass ich mir nichts vorwerfen kann. Ich habe gefightet bis zum Ende. Es war eine Super-Partie, es war mehr drin, aber der hat halt hopp oder drop gespielt und es ist aufgegangen", meinte ein doch gezeichneter, aber gefasster Stefan Koubek. "Er hat unmenschliche Winner gespielt und am Ende wahrscheinlich verdient gewonnen."

Hochklassiges Hartplatz-Tennis
Auf dem 3.000 Zuschauer fassenden Showcourt 3 waren kaum noch Plätze frei, und Koubek wurde von einer Handvoll Österreichern immer wieder lautstark angefeuert. Die Nummern 68 und 25 der Welt zeigten fast durchgehend hochklassiges Hartplatz-Tennis, zwei ebenbürtige Gegner. Das Spiel wogte dementsprechend hin und her, immer wieder schien Koubek entscheidend im Vorteil. Speziell als er trotz verlorenem Tiebreak zum Satzausgleich, den dritten Durchgang in nur 31 Minuten mit 6:2 gewonnen hatte und im vierten schon 3:0 führte.

Eine Vorentscheidung fiel wohl im elften Game des vierten Satzes bei 5:5. Koubek wehrte sechs Breakbälle Mathieus ab, mit zwei Assen und spektakulären Bällen, doch den siebenten nützte der fünf Jahre jüngere Franzose zum Break, nach exakt drei Stunden stand ein fünfter Satz fest. Koubek ging erneut 3:0 in Front, Mathieu glich aus und bei 6:5 für Koubek und Einstand fehlten ihm gegen den servierenden Gegner nur noch zwei Punkte.

An das unmittelbar bevorstehende Duell mit Nadal hat Koubek da aber nicht gedacht, versicherte er. "In so einem Match kommt das eigentlich überhaupt nicht mehr in den Kopf." Doch Mathieu stellte auf 6:6, Koubek gab sein Aufschlaggame in Folge zu Null ab und ließ im 14. Game dieses Satzes sogar noch eine Möglichkeit aus, auf 7:7 auszugleichen.

Auch 18 Asse halfen nicht
"Ich habe zwar teilweise unmenschlich serviert, dann aber zu unkonstant, wo ich dann teilweise zu viele zweite Aufschläge gebraucht hab", sah Koubek eine mögliche Ursache. Dabei hat Koubek mit 18 Assen so viele geschlagen wie selten zuvor. Doch letztlich ist bei so einer knappen Partie der wahre Unterschied zweier Spieler kaum auszumachen. Wenn eine Fünfsatz-Partie 6:8 ausgeht, dann ist das Alzerl Glück auf der anderen Seite gewesen."

Statistiken zu befragen, kann auch trügerisch sein: Koubek hat 187 Punkte, Mathieu nur 179 gemacht. Außerdem schlug Österreichs künftige Nummer 1 (nach den Australian Open) 76 Winner gegenüber nur 55 und auch 18:7-Asse sprachen für Koubek.

Sein Resümee war nach der "extrem toughen" Auslosung nach Siegen über Carlos Moya (ESP-16), Agustin Calleri (ARG) und dem knappen Aus gegen die Nummer 23 freilich trotzdem positiv. "Ich könnte mich beklagen, aber trotzdem habe ich eine Riesenchance gehabt, noch weiter zu kommen. Eigentlich bin ich glücklich wie ich spiele, darauf kann man aufbauen." Wenn er so weiterspiele, dann würden noch einige gute Momente auf ihn zukommen.

(apa/red)