Kosovo-Unruhen: Dänischer KFOR-Soldat wurde erschossen

Scharfschütze nahm NATO-Truppen von Dach aus unter Feuer PLUS: BILDER der schrecklichen ethnischen Unruhen!

Ein dänischer Angehöriger der internationalen Friedenstruppen im Kosovo KFOR soll am Donnerstagabend von einem Scharfschützen in Mitrovica getötet worden sein. Dies meldete das serbische Fernsehen. Demnach hätten KFOR-Soldaten das Feuer erwidert und den Scharfschützen, der von einem Hochhaus geschossen habe, ebenfalls getötet.

Weitere Einzelheit wurden zunächst nicht genannt. Der Däne dürfte das erste Todesopfer unter den KFOR-Soldaten seit Beginn der Unruhen vor zwei Tagen sein.

Krankenhaus beschossen
Der serbische Fernsehsender "RTS" berichtete außerdem, dass ein Krankenhaus in Mitrovica von Granaten beschossen worden sei. Unter den Patienten sei Panik ausgebrochen. In einer anderen Stadt, in Lipljan seien alle serbischen Häuser niedergebrannt worden und die Bevölkerung geflüchtet. Ähnliches spiele sich auch in anderen Dörfern ab.

UNO zieht ab
Die Kosovo-Friedenstruppe KFOR will das UNO-Personal aus der Stadt Kosovska Mitrovica in Sicherheit bringen. Das Hauptquartier der UNO-Mission werde evakuiert, sagte ein Vertreter der UNO.

NATO verstärkt Truppen
Angesichts der ausufernden Gewalt zwischen Albanern und Serben im Kosovo hat die NATO ihre Truppen in der Provinz verstärkt. 350 in Bosnien stationierte Soldaten seien in die Unruheregion entsandt worden, teilte das Bündnis am Donnerstag in Brüssel mit. Großbritannien kündigte die Entsendung von 750 zusätzlichen Soldaten an. Die Ausschreitungen zwischen Serben und Albanern hatten sich am Mittwochabend auf sämtliche serbischen Städte des Kosovos ausgeweitet. 31 Menschen wurden getötet, etwa 500 verletzt.

Bei den Unruhen im Kosovo sind 14 serbisch-orthodoxe Kirchen und Klöster in Brand gesteckt worden. Die zum großen Teil aus dem Mittelalter stammenden Bauten seien von aufgebrachten Albanern zerstört worden, zitierte die Nachrichtenagentur Beta am Donnerstag eine Erklärung der serbisch-orthodoxen Kirche. In der südwestlichen Stadt Prizren seien sogar alle serbischen Kirchenbauten den Flammen zum Opfer gefallen, darunter die im 11. Jahrhundert erbaute Kirche Bogorodica Ljeviska.

Von der zwischen Serben und Albanern geteilten Stadt Mitrovica waren die Unruhen im Kosovo ausgegangen. Auslöser war der Tod von mindestens zwei albanischen Kindern, die in einem Fluss ertranken. Das Gerücht, Serben hätten die Kinder hineingestoßen, machte rasch die Runde. Seither wurden mindestens 31 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt.
(apa, red)