Korrekter Öko-Chic erobert die Modewelt:
Nachfrage nach Organic Fashion ist steigend

FORMAT: Soja-Büstenhalter und Bio-Cotton-Shirts Textilien sind gefragt, sexy und gut fürs Gewissen

Korrekter Öko-Chic erobert die Modewelt:
Nachfrage nach Organic Fashion ist steigend © Bild: FORMAT/B-Dressed

Außen hui, innen pfui. Das war lange die Devise im Modebusiness. Hauptsache, schön anzusehen, der Rest war egal. Heutzutage sind die Anforderungen an Textilien deutlich gestiegen: Der Stoff, aus dem die Fashionträume sind, ist aus ökologischen Materialien, fair und umweltschonend gefertigt, modern und am Puls der Zeit. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Mode in jeder Hinsicht schön sein kann – sowohl von außen als auch von innen“, postuliert Peter Ingwersen, Gründer und Chefdesigner des dänischen Ökomodelabels „Noir“, die grüne Bewegung im Textilbereich.

Längst gehört der öde Wollsockenlook der Vergangenheit an, das verstaubte Image des Jutesack tragenden Ökos ist passé. Vorgelebt haben den Trend vor allem Mega-stars wie Cameron Diaz, Julia Roberts oder Leonardo DiCaprio, die sich schon vor Jahren bewusst für den „Ökolifestyle“ entschieden haben. Sie fahren Hybridautos, leben in „grünen“ Häusern und schwören auf den Verzehr von hochwertiger Bionahrung. Das Tragen von coolen Biotextilien ist dabei ebenso selbstverständlich wie die tägliche Laufeinheit an der frischen Luft.

Big Player im Ökobusiness
Ökomode und nachhaltig hergestellte Bekleidung haben längst ihr Nischendasein hinter sich gelassen und erobern den Massenmarkt: Große Modeketten wie H&M, Zara und C&A haben bereits Textilien aus Bio-baumwolle im Sortiment – auch Markenhersteller wie Levi’s oder Marc O’Polo folgen dem Trend, der neben international agierenden Ökolabels auch eine Reihe von österreichischen Designern auf den Plan gerufen hat.

Sexy Öko-Mode
Wie sich mit politisch korrekter Mode abcashen lässt, hat das US-Label American Apparel gezeigt. Firmengründer Dov Charney lässt nicht wie seine Mitbewer- ber in sogenannten Sweatshops produzieren, sondern fertigt seine bunten T-Shirts, Unterhosen und Leggings ausschließlich in den USA zu fairen Bedingungen. Das Unternehmen mit Sitz in L. A. und Boutiquen rund um den Globus erwirtschaftete zuletzt 350 Millionen Dollar. Charney ist damit zu einem der größten Textilfabrikanten der USA aufgestiegen. Und er beliefert mittlerweile auch Designer wie Donna Karan oder Marc Jacobs.

Organic Fashion
Die Produkte der englischen Modeikone Katharine E. Hamnett sind hingegen im österreichischen Onlineshop B-Dressed zu haben, der sich auf den Vertrieb von „Organic Fashion“ und Fair-Trade-Bekleidung spezialisiert hat. „In erster Linie wollen wir Mode verkaufen, die gefällt“, so Heidrun Unterweger, von der Idee und Konzept für den virtuellen Store stammen. Die Preise der zehn erhältlichen Labels, darunter Kultiges wie „Kuyichi“ oder „Panda Snack“, rangieren zwischen 19 und 200 Euro.

"Göttin des Glücks"
Das in Wien ansässige Designerkollektiv „Göttin des Glücks“ will mit seiner ökofairen Mode mehr als nur „schicke Oberflächen“ verkaufen. Die gesamte Produktionskette entspricht den Kriterien des fairen Handels und wird durch kecke Aufdrucke wie „Ritter des Glücks“ zusätzlich aufgemotzt. In Kürze startet das kreative Quartett einen eigenen Webshop, bis dahin sind die in Mauritius produzierten Kleidungsstücke neben zahlreichen Boutiquen auch in den österreichischen Weltläden zu haben. Derart bekommt auch das Geschäft mit der Schönheit letztlich einen anziehenden Sinn.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen FORMAT 46/2008!