Koren will jedes Jahr 100.000 neue Kunden:
Erste Bank-Chefin peilt Marktführerschaft an

Dank eines "Knochenjobs" derzeit sehr gut aufgestellt Von Bawag-Affäre konnte die Bank direkt profitieren

Als erste Vorstandschefin einer österreichischen Großbank hat es sich Elisabeth Bleyleben-Koren zur Aufgabe gemacht, die Sparkassengruppe mit ihren 2,8 Millionen Kunden zur Nummer eins im Privatkundengeschäft zu machen. Bis 2015 will man Raiffeisen mit einer Klientel von 3,5 Millionen von Platz eins verdrängt haben. "Wir wollen jedes Jahr 100.000 neue Kunden gewinnen", legt sich die Erste-Bankerin die Latte hoch.

Derzeit kommt das Spitzeninstitut des Sparkassensektors mit 3.000 Mitarbeitern und 140 Filialen auf 680.000 Kunden. Im Sektor sind derzeit 16.000 Mitarbeiter in rund 1.000 Filialen beschäftigt. Durch den Haftungsverbund sieht sich Bleyleben im Kampf um Marktanteile gut aufgestellt. "Wir haben eine Möglichkeit gefunden, dass selbständige, regionale Institute ohne kartellrechtliche Probleme miteinander kooperieren können." Das ergäbe nicht nur Einsparungen durch gemeinsame Werbung, Produktentwicklung und Vertrieb, sondern auch Geschlossenheit und Stärke im Bemühen um die Kunden. Um das Ergebnis brauche man sich keine Sorgen zu machen: "Es war ein Knochenjob, aber wir sind sehr profitabel." Damit sich daran nichts ändert, wird der Kampf um Kunden "ganz sicher nicht" über den Preis geführt. "Wir wollen mit Service und Beratungsqualität punkten", erklärt die Erste-Chefin, und fügt lächelnd hinzu: "Ich weiß, das sagen alle. Aber wir werden es am besten umsetzen."

Sparkassengruppe im Spitzenfeld
Nach der Bilanzsumme liegt die Sparkassengruppe nur knapp hinter der Bank Austria zurück, dafür deutlich vor der RZB-Gruppe. Der Raiffeisensektor insgesamt wäre jedoch die Nummer eins. Bei den Hauptkontoverbindungen liegt der Sparkassensektor gegenüber dem Giebelkreuz 23 zu 34 zurück.

Das Langfristziel der Marktführerschaft ist für Bleyleben dennoch durchaus realistisch: "Die Marktanteile sind nicht so fix verteilt, manche Institute haben Probleme, andere sind neu dazugekommen." Mit dem Probleminstitut meint sie die Bawag PSK, die zuletzt durch den Prozess wieder negativ in den Medien präsent war. "Wir haben von der Sache mit der Bawag sicherlich profitiert und viele neue Kunden gewinnen können."

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