Kopfgeld-Polizisten. Maria Fekter reitet wieder. Leider in die falsche Richtung…

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Kopfgeld-Polizisten. Maria Fekter reitet wieder. Leider in die falsche Richtung… © Bild: NEWS/ Ricardo Hergott

Maria Fekter, die „Eiserne Mizzi“, wie sie in Parteikreisen der ÖVP genannt wird, reitet wieder. Diesmal geht es der durchaus patenten Innenministerin um ein äußerst seltsames Patentrezept gegen die überbordende Kriminalität in der Bundeshauptstadt Wien. Sie überlege, so Fekter in einem Interview mit der „Presse“, Wiener Polizisten ein „Kopfgeld“ für die erfolgreiche Verbrecherjagd zu zahlen. Damit nicht genug: Fekter begründet ihren Vorstoß mit der Zunahme von Eigentumsdelikten in Wien, die zwar nicht abzuleugnen ist, von Fekter allerdings folgendermaßen verbalisiert wird: „Die Einbrecher machen sich wie Heuschrecken über Wien her.“

Wann immer der guten Frau Fekter diese Metapher in den Sinn gekommen ist, wirklich nützlich ist sie im Kampf gegen die Kriminalität nicht. Eigentlich ist sie, um das mal geradeheraus zu sagen, völlig kontraproduktiv. Und ein verantwortungsloser Umgang mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Wie eine biblische Plage fallen – um bei Fekters Bild zu bleiben – Heerscharen von Einbrechern über die Bundeshauptstadt her.

Wien als Paradies zum kriminellen Abgrasen sozusagen, lautet die Botschaft, frei nach dem Motto: Kommt her, und holt euch, was ihr wollt, so leicht habt ihr es sonst nirgendwo. Ein solches Zitat ist, gelinde gesagt, eine „Kreditschädigung“ an den Sicherheitsstandards der Stadt, es lädt präsumtive Räuberbanden geradezu ein, in Wien doch ihr Glück zu versuchen.

Kommen wir nun aber zur zweiten „Idee“ der Ministerin, erfolgreichen Polizisten für Aufgriffe von Kriminellen „Kopfgelder“ zu zahlen. Einmal abgesehen davon, dass wir uns seit geraumer Zeit diesseits von „Jesse James und dem Feigling Robert Ford“ befinden, brächte ein solcher „Bonus“ – wer immer ihn auch zahlen würde – nur noch mehr Frust und Neidhammeltum in die Kreise der Exekutive. Und möglicherweise so manchen Polizisten zu Methoden der Selbstjustiz. Nein danke, Frau Minister: Nehmen Sie das dafür budgetierte Geld zur Steigerung des allgemeinen Lohnniveaus der Polizei, die ohnehin nicht üppig ausgestattet ist. Und sehen Sie ab von „Wildwest-Methoden“, die in einer modernen Exekutive einfach nichts zu suchen haben. Denn: Polizist sein ist ein Ehrendienst an der Bevölkerung und dem Staat. Und genau deswegen sollte er jenseits von allen „Kopfgeldideen“ stehen…