Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Senatswahl: Montana geht an den Demokraten Tester!

New Yorks Gouverneurin Hillary Clinton siegt klar

Die Demokraten haben bei der Kongresswahl auch die republikanische Mehrheit im Senat gebrochen. Mit einem knappen Sieg im umstrittenen Staat Montana verfügten sie über mindestens 50 der 100 Sitze.

Die Partei von Präsident George W. Bush hatte bereits zuvor die Mehrheit im Repräsentantenhaus eingebüßt. Die Demokraten mussten für eine Mehrheit im Senat sechs Mandate hinzugewinnen. Fünf Sitze, darunter die Unterstützung durch zwei unabhängige Kandidaten, waren ihnen sicher.

Die fünf bisher von den Republikanern gehaltenen US-Staaten, die an die Demokraten gingen, sind: Pennsylvania, Rhode Island, Ohio, Missouri und Montana. Behaupten konnten die Republikaner Tennessee, das ebenfalls zu den besonders heftig umkämpften Staaten gehörte.

In Montana setzte sich der Demokrat Jon Tester gegen den republikanischen Amtsinhaber Conrad Burns durch. In Pennsylvania verlor der Republikaner Rick Santorum, ein enger Gefolgsmann von Bush, gegen seinen demokratischen Herausforderer Robert Casey. In Ohio gewann die Demokratin Sherrod Brown gegen den republikanischen Amtsinhaber Mike DeWine, und in Rhode Island schlug der Demokrat Sheldon Whitehouse den bisherigen Senator Lincoln Chafee von den Republikanern. Neuer Senator von Missouri ist die Demokratin Claire McCaskill, die den Republikaner Jim Talent aus dem Kapitol verdrängte.

In New York wurde die demokratische Senatorin Hillary Clinton für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Sie konnte ihren republikanischen Rivalen John Spencer klar besiegen. Die frühere First Lady der USA gilt als mögliche Anwärterin auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur bei der Wahl in zwei Jahren.

In Indiana verteidigte Senator Dick Lugar seinen Sitz. Lugar ist Vorsitzender des Senatsausschusses für Auswärtige Beziehungen. Es ist seine sechste Amtsperiode. In Florida behauptete sich Senator Bill Nelson gegen seine republikanische Herausforderin Katherine Harris.

Mit Leichtigkeit schafften zwei Veteranen im Senat ihre Wiederwahl: Edward Kennedy in Massachusetts und der 88 Jahre alte Robert Byrd in West Virginia. Byrd ist der mit 48 Amtsjahren dienstälteste Senator in der US-Geschichte. In Maine verteidigte die Republikanerin Olympia Snowe ihr Mandat.

Der parteilose Kandidat Bernie Sanders gewann im Staat Vermont. Im Machtkampf zwischen Republikanern und Demokraten um die Mehrheit im Senat bedeutet dieses Resultat aber keine direkte Verschiebung des Kräfteverhältnisses, da der Sitz bislang von einem ebenfalls unabhängigen Senator gehalten wurde, der nun aus Altersgründen nicht mehr antrat. Sanders hat angekündigt, im Senat mit den Demokraten zu stimmen.

In Connecticut wurde Senator Joseph Lieberman wiedergewählt. Der ehemalige Vizepräsidentschaftskandidat der Demokraten trat als Unabhängiger an, nachdem er bei der innerparteilichen Vorwahl wegen seiner Unterstützung der Irak-Politik Bushs gescheitert war. Er könnte zum Zünglein an der Waage werden, wenn es darum geht, ob die Demokraten die Mehrheit im Senat gewinnen. Lieberman hat erklärt, er würde sich als Unabhängiger auf die Seite seiner früheren Partei stellen.
(apa/red)