Kopf-an-Kopf-Rennen in Italien: Politologen
schließen baldige Neuwahlen nicht aus

"Technische Regierung" könnte notwendig werden Politischer Instabilität befürchtet

Angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen der Mitte-rechts-Koalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi und dem Mitte-links-Bündnis von Romano Prodi bei den Parlamentswahlen in Italien könnte eine so genannte "technische Regierung" aus parteiunabhängigen Fachleuten die Lösung sein, um Italien zumindest vorübergehend Regierbarkeit zu sichern. Dies betonte der Politologe Gianni Baget Bozzo, der am Montagabend Italien eine Phase großer politischer Instabilität prophezeite. "Sollte kein klarer Sieger aus den Parlamentswahlen hervortreten, werden bald Neuwahlen notwendig sein", meinte Baget Bozzo.

"Es ist offensichtlich, dass Italien ein gespaltenes Land ist. Berlusconis Bündnis ist immer noch solide, da die Hälfte der Italiener für die Mitte-Rechts-Allianz gewählt haben", sagte der Politologe.

Der Chef der christdemokratischen Regierungspartei UDC, Lorenzo Cesa, warnte vor dem Schreckgespenst der Unregierbarkeit in Italien. "Wenn die Opposition im Senat, und die Regierungskoalition in der Abgeordnetenkammer gewinnen, wird das Land in die Unregierbarkeit stürzen. Die Mitte-Links-Allianz ist voller Widersprüche. Sie wird bald in die Brüche gehen", sagte Cesa.

Auch der Chef der altkommunistischen Rifondazione, Fausto Bertinotti, gab zu, dass Italien zutiefst gespalten sei. "Das Land ist in zwei Teile gespalten, wie es bisher noch nie der Fall war", sagte Bertinotti. Er zeigte sich über die Ergebnisse seiner Partei zufrieden, die zirka 7,4 Prozent der Stimmen erhalten hat. "Dies liegt über meinen Erwartungen. Ich hatte mit zirka fünf Prozent gerechnet", sagte Bertinotti. (apa/red)