Kontrapunkt von

Pilz will es wissen

Kontrapunkt - Pilz will es wissen © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Peter Pilz ist ein Rauhbein, ein harter Knochen. Gleichzeitig ist er ein Gourmet, der nicht alles schluckt. Seine Abwahl bei den Grünen war beides, ein Tritt und das Gericht nicht verdaulich. Seine Liste ist einerseits eine Trotzreaktion, andererseits will er von der österreichischen Wählerschaft wissen, ob sie ihn weiterhin in der Volksvertretung will oder nicht. Schließlich ist er Chefaufdecker der Nation und politischer Kriminal-Kommissar.

Müßig ist es, lange zu spekulieren, wieviel die Liste Pilz den anderen Fraktionen wegnehmen wird - vermutlich allen etwas. Und da ist ja noch das Potential der abgetretenen Liste Stronach. Einiges wird auch von dort kommen und dafür sorgen, dass der Parlamentarier Pilz für weitere Untersuchungsausschüsse sorgen wird. Allein das wird für viele ein Grund sein, ihn anzukreuzen.

Die Mitstreiterinnen sind wenig bekannt, aber beileibe keine Staffage. Sie vertreten wichtige Themen. Vor allem die beiden Frauen sind bei der Listenvorstellung redegewandt und kompetent aufgetreten. Sie sind ein quirliger Kontrast zu den Promi-Frauen des Sebastian Kurz.

Die drei kleineren Parteien werden im Oktober an die zwanzig Prozent erreichen. Für die drei größeren wird es deshalb schwerer, dreißig Prozent zu überschreiten.

Gerfried Sperl
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Zum Autor: Gerfried Sperl ist Kolumnist für News. Was meinen Sie zum Thema? Schreiben Sie ihm unter sperl.gerfried@news.at