Kontrapunkt von

Kneissl schielt
auf noch Höheres

Kontrapunkt - Kneissl schielt
auf noch Höheres © Bild: APA/Techt

Diese Hochzeit in der Südsteiermark hat nicht nur gezeigt, wie viel Schizophrenie es unter den Österreichern gibt. Wenn die Richtigen feiern, kann das Geld beim Fenster hinausgeworfen werden. Wenn die Falschen festeln, würden Sicherheitskosten als Verschwendung verurteilt werden. Aber Putin ist eben „in“, Trump wäre „out“.

Karin Kneissl, die Außenministerin, hatte wahrscheinlich auch die Zukunft im Sinn. Denn seit dem Wochenende ist nicht mehr so klar, dass Norbert Hofer erneut als Präsidentschaftskandidat auftreten wird. Es ist gut möglich, dass Kneissl, wenn die türkisblaue Regierung auch die nächste Nationalratswahl gewinnt, als gemeinsame Kandidatin von Türkis und Blau nominiert wird.

Dem gegenüber stünde eine sozialdemokratische Kandidatur, höchstwahrscheinlich in Person der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures, die von der Ausgangslage her schlechtere Chancen hätte. Aber wen sonst könnte die SPÖ aufbieten? Momentan gibt es zu Bures keine Alternative.

Der außenpolitische Schaden, den Putins Besuch angerichtet hat, bleibt begrenzt – außer die FPÖ heckt, ohne den ihr treu ergebenen Kanzler Sebastian Kurz zu fragen, weitere Peinlichkeiten aus. Die aber werden ohnehin nur von Kommentatoren bemerkt. Das begeisterte Publikum klatscht.

Gerfried Sperl
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