Konter von Altach in der "Causa Brugger":
Payer vor Elfmeter mit "Unsportlichkeit"?

Protest mit Privatvideo als Beweis für Fehlverhalten Spieltermin der Neuaustragung äußerst problematisch

Konter von Altach in der "Causa Brugger":
Payer vor Elfmeter mit "Unsportlichkeit"? © Bild: APA/Stiplovsek

Die beschlossene Neuaustragung des Spiels Altach - Rapid (2:1) hat ein juristisches Nachspiel. Altach hat formal einen Protest gegen die Entscheidung des Senat 1 angekündigt. Damit wird sich nach erwarteter Einleitung aller weiteren Schritte das Protestkomitee der Bundesliga mit dem Fall beschäftigen müssen. Als unterstützenden Beweis will Altach unter anderem ein Privatvideo von der fraglichen Szene um die Ausführung eines Elfmeters vorlegen.

Referee Bernhard Brugger hatte den ohnehin umstrittenen Strafstoß beim Stand von 0:0 in der 28. Minute freigegeben, obwohl Rapid-Torhüter Helge Payer noch mit dem Rücken zum Schützen Roland Kirchler gestanden war. Laut FIFA-Regel 14 hat der Schiedsrichter allerdings dafür zu sorgen, dass alle Spieler ihre vorgeschriebene Position eingenommen haben, bevor er den Ball freigibt. Mit diesem Formalfehler begründete der Senat 1 die Neuaustragung.

Privatvideo von Gegentribüne
Altach-Sportchef Heinz Fuchsbichler ortet allerdings eine "grobe Unsportlichkeit" bei Payer, der sich vor dem Elfmeter ungewöhnlich lange Zeit gelassen haben soll. "Ich weiß nicht, was ein Tormann noch alles zur Vorbereitung braucht. Er hat sich mehr als zehn Sekunden Zeit gelassen", erklärte Fuchsbichler. Ihre Argumentation stützen die Vorarlberger unter anderem auf ein Privatvideo, das von der Gegentribüne zufällig mitgefilmt worden war.

Das Video zeigt die Szene im Gegensatz zu den TV-Kameras in voller Länge. "Wegen dieser Szene kann man kein Spiel neu austragen. Da muss etwas anderes dahinterstecken", vermutete Fuchsbichler, der sich vor allem von Rapid enttäuscht zeigte. "Sie haben 90 Minuten keine Torchance gehabt und dann reiten sie auf Paragrafen herum. Das ist letztklassig und erbärmlich", betonte der Altach-Coach. Rapid wollte zum schwebenden Verfahren vorerst keine weitere Stellungnahme abgeben.

14 Tage Zeit für Protest
Die Bundesliga muss formal noch den schriftlichen Protest aus Altach abwarten, bevor sie eine Sitzung des Protestkomitees einberufen kann. Die Altacher haben dafür 14 Tage Zeit. Nach Eingang der Protestankündigung wurde den Vorarlbergern, die juristisch von Fußball-Anwalt Wolfgang Rebernig unterstützt werden, vorerst nur der umfassende Bescheid des Urteils zugestellt. "Wir müssen abwarten, wogegen genau protestiert wird", erklärte Bundesliga-Pressesprecher Christian Kircher.

Zuletzt war unter anderem auch eine Wiederaufnahme des Spiels mit dem Elfmeter in der 28. Minute diskutiert worden. Das sei laut Bundesliga-Angaben aus juristischen Gründen nicht möglich. "Es hat aber auch schon Spiele gegeben, in denen nur die Nachspielzeit nachgetragen worden ist", erinnerte Fuchsbichler. Bisher allerdings nicht in Österreich.

Neuer Spieltermin problematisch
Sollte es tatsächlich zu einer Neuaustragung kommen, pochen die Vorarlberger darauf, dass diese zur gleichen Zeit und unter den gleichen Voraussetzungen wie die ursprüngliche Partie zu erfolgen hat, weil sie selbst sonst unverschuldet zu Schaden kommen würden. Die Begegnung war am Sonntagnachmittag live auf ORF 1 und Premiere übertragen worden. Freie Termine gibt es im dichten Kalender der bis 26. April laufenden Bundesliga-Saison nicht.

Parteinahme durch andere Clubs ist in diesem Fall laut Bundesliga jedenfalls nicht möglich. Lediglich die am Spiel beteiligten Vereine können Protest einlegen. In der Tabelle liegt Rapid damit nach Verlustpunkten vorerst auf Platz eins. Zwei Punkte fehlen den Hütteldorfern vor der 27. Runde auf das Führungsduo LASK und Austria. Altach befindet sich nur noch vier statt bisher sieben Punkte vor Schlusslicht Kärnten plötzlich wieder im Abstiegskampf. (apa/red)

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